Kalender liegen im Lebensart Café bereit

Liebe Leser meines Blogs.

Seit 2017 unterstützt das Lebensart Café in Dortmund den Verein Socialis for the Gambia. Viele Gäste des Cafés haben meine Foto-Vorträge über das Leben im westafrikanischen Gambia und die Arbeit des Vereins in den letzten Jahren hier live verfolgt. 

Aufgrund der angespannten Corona Situation ist eine Live-Veranstaltung zur Zeit leider nicht möglich. Überbrücken Sie die Zeit, bis es im nächsten Jahr mit neuen Fotos und Berichten von mir weitergeht und nehmen sich gerne einen kostenlosen Gambia Kalender vom Lebensart Café mit nach Hause. 

Natürlich würde ich mich über eine freiwillige kleine Spende freuen, unser Gambia Sparhäuschen steht direkt auf dem Tresen im Café.

Aushang im Lebensart Café Dortmund, Kalender von Socialis for the Gambia liegen aus

Klimaschutzplan – überraschendes Ergebnis

Liebe Gambia Blog Leser.

Diese Abbildung hat mich nachdenklich gestimmt. Laut dem Chart „So wenige Länder haben ausreichende Klimaschutzpläne“ schneidet Gambia mit dem besten Ergebnis ab. Bestätigt wird dies auch auf der Website Climate Action Tracker Countries.

Obwohl das Land selber kein Verursacher der Erderwärmung ist, ist Gambia von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen. Die Böden trocknen aus und mindern die Erträge in der Landwirtschaft. Auch der Fischfang ist beeinträchtigt. Durch den Anstieg des Meeresspiegels holt sich das Meer immer mehr Land zurück und der Strand verkleinert sich. Ein großes Problem, da der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle der Gambianer ist und mit dem Slogan „smiling coast“ geworben wird.

Bereits während der Vorbereitung für meine erste Gambia Reise 2017 war ich beeindruckt, dass bei der Einreise nach Gambia keine Plastiktüten erlaubt sind. Unterwegs auf den Märkten haben die Händler ihre Waren den Käufern in einfachen Stoffbeuteln übergeben. Allerdings wurde auch Müll einfach am Straßenrand verbrannt, obwohl 50 m weiter aus einem Handwagen heraus Essen verkauft wurde.

Das Thema „Klimakrise“ ist komplex und nicht einfach zu durchdringen. Und es ist global. Klima kennt keine Grenzen. Ich finde, jeder sollte seinen eigenen Weg finden, wie er mit dieser Situation umgeht. Es geht um Fortschritt, nicht um Perfektion. Fortschritte machen wir, wenn wir hier einmal auf eine Plastiktüte verzichten und dort einmal zu Fuß gehen oder mit der Bahn fahren. All diese kleinen Schritte können nicht nur uns und unseren Kindern helfen, sondern auch unseren Freunden in Gambia.

So wenige Länder haben ausreichende Klimaschutzpläne; WDR, Quarks – Climate Action Tracker 2021

Mittagessen in unserer Schule in Brufut

Liebe Gambia Freunde, Vereinsmitglieder, Unterstützer und Förderer von Socialis for the Gambia. Meine letzte Reise nach Gambia war aufgrund von Corona vor fast 2 Jahren und ich habe Reiseheimweh, falls es dieses Wort noch nicht geben sollte, dann habe ich es jetzt erfunden. Mir fehlen die Sonne, der Geruch Afrikas und ganz besonders die lebensfrohen Menschen.

Umso mehr freue ich mich über jede Info und ganz besonders über Fotos von unserer Schule in Brufut. Ende September ist der Schulbetrieb nach den Sommerferien erfolgreich gestartet. Dank der Unterstützung unserer Vereinsmitglieder sowie allen Förderern und Sponsoren des Vereins Socialis for the Gambia – insbesondere auch während der Corona Zeit – wird all unseren Schulkindern auch eine kostenloses Mittagessen ermöglicht. Schauen Sie, wie brav die kleinen Mädels im Pavillon beisammen sitzen und es sich schmecken lassen.

Ich wünsche mir, dass dieses Foto auch Ihnen beim Betrachten ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Meine Bitte, unterstützen Sie den Verein weiterhin um unseren Schülern/innen mit Hilfe der kostenlosen Schulausbildung eine selbstbestimmte Zukunft und allen Angestellten in dieser schweren Zeit ein sicheres Einkommen zu ermöglichen.

Socialis for the Gambia, Schule in Brufut

Interview von Maimuna zum Thema Schulbildung

Das britische Schulsystem in Gambia sieht vor, dass Kinder vom 4.-6. Lebensjahr drei Jahre lang eine „Nursery School“ (Vorschule) besuchen, in der sie u. a. die englische Sprache erlernen. Mit 7 Jahren beginnt für sechs Jahre die „Lower Basic School – Primary“ (Grundschule).  Die „Upper Basic School – Junior“ (Mittelstufe) für drei weitere Jahre darf erst nach erfolgreicher Prüfung besucht werden. Die nachfolgende dreijährige „Senior Secondary High School“ schließt mit dem A-Level-Examen (Abitur) ab, das zu einem Universitätsstudium berechtigt.
Die ersten neun Schuljahre bilden den Grundbildungszyklus und werden hauptsächlich von der Regierung finanziert, während die dreijährige Sekundarschulbildung in erster Linie von der Privatwirtschaft angeboten wird, wobei die Schulen von der Regierung mit Zuschüssen unterstützt und von Schulbehörden verwaltet werden.

Maimuna lebt in Gambia und studiert Journalistik. Ich habe mich finanziell an ihren diesjährigen Semesterkosten beteiligt, da sie Im Gegensatz zu unseren Studenten/innen in Deutschland kein Bafög erhält. Denn ich bin sicher, dass eine gute Ausbildung die beste Voraussetzung für ihr zukünftiges selbständiges Leben sein wird.
Ich hatte sie gefragt, ob sie einen kleinen Artikel für meinen Blog schreiben würde und das hat sie getan. Sie hat in ihrem persönlichen Umfeld Personen zum Thema Bildung in Gambia interviewt. Maimuna hat ein passendes Thema gewählt, da unser Verein Socialis for the Gambia in Brufut mehr als 600 Kindern eine kostenlose Schuldbildung ermöglicht. Lesen Sie nachfolgend den Original Bericht von Maimuna in englischer Sprache. Eine Übersetzung in Deutscher Sprache ist im Anschluss angefügt.


Maimuna’s Interview

Education has changed dimensions in The Gambia in the passed years in 2016, the enrollment rate in the Gambia stood at 93 percent, which is a great improvement compared to 81 percent in 2011.
The formal system of education in the Gambia operates on a 6-3-3-4 system. Basic education consists of six years of primary (lower basic) and three years of upper basic education, together totaling to 9 years of uninterrupted basic education.

Binta Bah, a student at MAJaC* said she is Lucky that, she has found herself in school because Non of her elder sisters went to school and she also thanked the previous government for bringing up the initiative of free education for the girl child.
Amadou Cham said education is very important to him. it is through it that, he would be able to make it in life. “ I am going to work hard to make my parents proud“. He said.
Fatoumata Danso, 42 old, a Teacher.  In an interview she said that, education has changed her life despite the low salary she received monthly, “am proud that I can read, write and speak anything I want in English, teaching had been my job since I graduate from The Gambia college in 2003.

Education in the Gambia takes place in 5 stages, namely lower basic, upper basic and secondary school, followed by undergraduate and graduate university. Although the 6 years of lower basic education at least is compulsory and free, a lack of universal facilities prevents this from becoming a reality for some.

Maimuna Beyai
Maimuna Beyai

Maimuna’s Interview – Deutsche Übersetzung

Die Bildung hat sich in Gambia in den vergangenen Jahren stark verändert. 2016 lag die Einschulungsrate in Gambia bei 93 Prozent, was eine große Verbesserung gegenüber 81 Prozent im Jahr 2011 darstellt.
Das formale Bildungssystem in Gambia basiert auf einem 6-3-3-4-System. Die Grundbildung besteht aus sechs Jahren Grundschulbildung (untere Grundschulbildung) und drei Jahren oberer Grundschulbildung, insgesamt also 9 Jahre ununterbrochener Grundschulbildung.

Binta Bah, eine Schülerin des MAJaC* sagte, sie sei froh, dass sie zur Schule gegangen sei, da keine ihrer älteren Schwestern zur Schule gegangen sei, und sie dankte auch der vorherigen Regierung für die Initiative der kostenlosen Bildung für Mädchen.
Amadou Cham sagte, dass Bildung für ihn sehr wichtig sei, da er es dadurch im Leben schaffen könne. „Ich werde hart arbeiten, um meine Eltern stolz zu machen“. sagte er.
Fatoumata Danso, 42 Jahre alt, ist Lehrerin.  In einem Interview sagte sie, dass Bildung ihr Leben verändert hat, trotz des geringen Gehalts, das sie monatlich erhält: „Ich bin stolz darauf, dass ich alles, was ich will, auf Englisch lesen, schreiben und sprechen kann. Das Unterrichten war mein Beruf, seit ich 2003 das College in Gambia abgeschlossen habe.

Das Bildungssystem in Gambia umfasst fünf Stufen, nämlich die untere Grundstufe, die obere Grundstufe und die Sekundarstufe, gefolgt von der Grundstufe und der Universität. Obwohl zumindest die 6 Jahre der unteren Grundschulbildung obligatorisch und kostenlos sind, verhindert der Mangel an universellen Einrichtungen, dass dies für einige zur Realität wird.

* MAJaC = Media Academy for Journalism and Communications
MAJaC = Medienakademie für Journalismus und Kommunikation

Die weitesten Reisen unternimmt man mit dem Kopf

Liebe Gambia Freunde/innen.

Lang’ ist es her, im Frühjahr 2019 war ich zuletzt vor Ort in Gambia. Aber die aktuelle Entwicklung der sinkenden Corona Zahlen lässt hoffen, dass es bald auch wieder mit einer Reise nach Gambia zu unserer Schule in Brufut klappen könnte.

Bis es soweit ist, habe ich das Buch „Gambia – ein Blick auf Afrika“ von Sabine Läufer gelesen oder besser ausgedrückt verschlungen. Nachdem ich die Zusammenfassung des Buchumschlages gelesen hatte, war ich neugierig und nach den ersten Seiten wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Sabine Läufer war im Jahr 2012 für mehrere Monate ehrenamtlich  in Brufut an unserer Schule um Französisch und Englisch zu unterrichten. Gewohnt hat sie in unserem Praktikantenhaus. Sie hat ihre Erlebnisse und persönliche Erfahrungen aus dem täglichen Leben  in einzelnen Geschichten erzählt, so wie ich es nach meinen Reisen zu den anschließenden Fotoabenden auch intuitiv gemacht hatte. Beim Lesen waren viele meiner eigenen Erfahrungen wieder existent und meine Gedanken waren im 5.000 km entfernten Gambia. Ich war mittendrin in unserer Schule, bei den Kindern im Kreativbungalow, habe die Trommeln gehört und auch die Berichte vom Leben im Praktikantenhaus sowie aus Sintet sind lebensnah beschrieben. Sabine Läufer nimmt aber auch kein Blatt vor den Mund, sie schreibt offen über die Situation der Frauen, das marode Gesundheitssystem oder auch über die unberechenbaren Stromausfälle.

Bis es hoffentlich bald wieder nach Gambia geht, werde ich immer mal wieder meine Fotos anschauen und so gut wie möglich virtuell Kontakte / Verbindungen aufrecht erhalten.

Gambia – Ein Blick auf Afrika, Sabine Läufer
ISBN 978-3-947334-40-7

Kind aus Südafrika

Die Kinder sind erwachsen, aus dem Haus und je mehr Stauraum man früher hatte, desto mehr wurde im Laufe der Jahre verwahrt: Babykleidung, Spielsachen, Kindergartenbilder usw. Da wir bald umziehen, habe ich letztes Wochenende mit meiner Tochter viele Stunden aussortiert und aufgeräumt. In einer Künstlermappe haben wir einen wunderbaren handgeschriebenen Vers auf regenbogenfarbigem Papier gefunden. Wir konnten uns nicht erinnern, wann und in welchem Zusammenhang dieser erstellt wurde. Er hat mich sehr berührt und ich möchte Euch teilhaben lassen. Viel Freude beim Lesen:

Künstlerische Gestaltung, Miriam Lehmann, geb. Moog

Kind aus Südafrika
Wenn ich geboren werde, bin ich schwarz.
Wenn ich aufwache, bin ich schwarz.
Wenn ich in die Sonne gehe, bin ich schwarz.
Wenn mir kalt ist, bin ich schwarz.
Wenn ich sterbe, bin ich schwarz.
Aber DU! Wenn du geboren wirst, bist du rosa.
Wenn du aufwächst, bist du weiß.
Wenn du krankt bist, bist Du grün.
Wenn du in die Sonne gehst, bist du rot.
Wenn dir kalt ist, bist du blau.
Wenn du stirbst, bist du lila.
Und du hast den verdammten Nerv, mich „farbig“ zu nennen ?!

frisch gestrichen

In unserer Schule in Brufut waren die Maler fleißig, schaut mal, die Mauern und Tore sind frisch gestrichen. Auch die Grünanlagen mit den verschiedenen Pflanzen schauen hübsch aus.

Ein wunderbarer Anblick gerade jetzt wo es bei uns in Deutschland wettermäßig eher trüb ist.

Schulgelände, vorne links der Gedenkstein an die Gründerin der Schule Brigitte Flick
Blick von der Straße auf unser Schuleingangstor

Afrika Tag fiel coronabedingt aus – Geburtstagsspende

Bisher habe ich nach meinen Reisen im Jahr 2017, 2018 und 2019 jeweils einen Fotoabend durchgeführt um Euch über die aktuelle Situation von den Einrichtungen von Socialis for the Gambia zu berichten und natürlich auch um Mitglieder zu werben und Sponsoren zu gewinnen. Schweren Herzens hatte ich den für November geplanten Afrika Tag im Lebensart Café in Dortmund coronabedingt abgesagt. Dabei sein sollten die Ihnen schon bekannten Trommler, ein Reisebüro, eine Buchhandlung, ein Weinhändler mit afrikanischen Weinen, Skulpturen aus Simbabwe, Gespräche im World Cafe Format sowie natürlich einem Stand von Socialis for the Gambia, an dem auch wieder Selbstgenähtes aus unserem Skillcenter gegen eine Spende abgegeben werden sollte.

Um dennoch Spenden zu sammeln, haben Freunde, meine Familie und Arbeitskollegen meinem Wunsch entsprochen, mir nichts zum 60. Geburtstag zu schenken, sondern für mein Herzensthema zu spenden. Wofür ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken möchte.

Ich werde mit Mr. Hatab Beyai, unserem Manager vor Ort, eine sinnvolle Investition abstimmen. Sobald es hierzu Neues gibt, werden Sie es auf meinem Blog lesen.

Bilderrahmen als Spardose von meinen Kollegen /innen

mein Dortmund – Gabenzaun am U

Liebe Gambia Freunde.

Heute berichte ich ausnahmsweise einmal über meine Heimatstadt Dortmund. Menschen in unserer Stadt, denen es gerade jetzt nicht gut geht, würden sich über unsere Unterstützung freuen. Am Dortmunder U gegenüber vom Gast-Haus e. V. gibt es einen Gabenzaun. Hier können Spendentüten für Bedürftige aufgehängt werden.

Ich habe eingekauft und Tüten mit Obst, Saft, gekochten Eiern, Müsliriegeln … gepackt und bin mit sehr gemischten Gefühlen zum Gabenzaun gefahren. Ganz unbegründet, die Menschen halten Abstand, sind dankbar und nicht nur für materielle Dinge sondern auch für eine Unterhaltung.

All das hat einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen und ich werde – soweit möglich – bis zum Ende der Kontaktsperre regelmäßig dort vorbeifahren. Mit Lebensmitteln aber auch um immer mal wieder für Ordnung zu sorgen, wie aufgerissene Tüten entsorgen oder um Kleidungsstücke vom Boden aufzusammeln und wieder am Zaun aufzuhängen.

Besonders erwähnen möchte ich noch die fleißigen Helfer vom Wärmebus der Malteser. Sie fahren diesen Standort täglich um 17.30 Uhr an und geben Suppe und warme Getränke aus.

Gabenzaun Dortmund am U

Helfen auch Sie. Man kann auch mit kleinen Dingen Menschen glücklich machen.
Bleiben Sie gesund, Ihre Heike Hagemann