Kreislaufwirtschaft – Kleider aus der Tonne von Togo

Stellen Sie sich einmal vor, Sie entsorgen ihre Kleidung im Altkleidercontainer und kaufen sie dann erneut in Paris als Vintage Look zurück.

Wir leben im Überfluss und tauschen unsere Kleidung schnell gegen Neues ein. Der Kleiderschrank quillt über und wir bringen die Sachen, die gerade nicht mehr „in“ sind, zum Altkleidercontainer. Viele dieser Kleider aus den Containern landen bei gewerblichen Textilverwertern, wo sie sortiert und je nach Zustand und Qualität unter anderem nach Afrika weiterverkauft und dort auf den Märkten angeboten werden.

Der Designer Amah Ayivi sucht auf dem Markt in Lomé, der Hauptstadt Togos, gezielt nach ausgefallenen, hochwertigen Stücken, um sie dann aufzubereiten und wieder zu verkaufen.

Schauen Sie sich den kurzen ZDF Trailer zum Thema „Second Second Hand“ an.

Beeindruckende Fotos zu diesem Thema finden Sie auf der Seite des Fotografen Andrew Esiebo.

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Wie geht man in der Praxis mit Kleiderspenden um? Während meiner ersten beiden Reisen nach Gambia habe ich gut erhaltene Frauen- und Kinderkleidung zum Verschenken mitgenommen. Aber ist es nicht sinnvoller, dass die Frauen vor Ort in den eigenen Schneiderein einkaufen? Und meiner Meinung nach sehen die Afrikanerinnen in ihren bunten Kleidern einfach auch viel hübscher aus als in europäischer Kleidung.

Dieses Jahr im März habe ich nur gut erhaltene Kinderkleidung mitgenommen. Die Schneiderinnen unserer Schule in Sintet haben sich gefreut und verteilen die Sachen nach Bedarf untereinander.

Gambia, Sintet, März 2019

Danke an das Lebensart Café Dortmund

Die Inhaberin vom Lebensart Café, Ina Oettinghaus, ist seit 2018 Mitglied im Verein Socialis for the Gambia. Sie stellt uns den wunderschönen Veranstaltungsraum ihres Cafés für unsere Fotoabende zur Verfügung und bietet leckeren selbst gebackenen Kuchen, verschiedene Snacks sowie Kaffee und Getränke an.

Auf dem Tresen steht ganzjährig ein „Gambia Spendenhäuschen“. Helfen auch Sie, denn jeder Euro zählt!

Socialis for the Gambia e. V. ermöglicht seit 20 Jahren Kindern und Jugendlichen im afrikanischen Gambia sich ihre bessere Zukunft im eigenen Land aufzubauen. Mit zur Zeit nur 370 Vereinsmitgliedern versorgt unsere Schule in Brufut über 600 Kinder mit Bildung, Essen und Kleidung. 60 Jugendliche erhalten in Brufut und Sintet eine Ausbildung in Handwerk und Landwirtschaft. Zum Abschluss erhalten die fertigen Schneiderinnen und Friseurinnen eine Tretnähmaschine bzw. Friseurzubehör als Starthilfe in die Selbstständigkeit.

Alle unsere aktiven Mitglieder arbeiten dabei ehrenamtlich.

Unser Gambia Spendenhäuschen auf dem Tresen im Lebensart Café, Dortmund

Fimtipp – Der Junge, der den Wind einfing

Ich möchte Ihnen den Film „Der Junge, der den Wind einfing“ empfehlen. In diesem Film, nach einer wahren Begebenheit, baut ein 13-jähriger Junge mithilfe eines Buches ein Windrad, um sein Dorf in Malawi vor einer Hungersnot zu retten.

Der Junge, der den Wind einfing – Malawi, Teile für den Bau des Windrades

Diesem Jungen wurde der Zugang zu schulischer Bildung sehr schwer gemacht. Seine Eltern hatten kein Geld für eine Schule oder für Bücher. Aber er gibt nicht auf. Er hat an sich geglaubt und mit seiner Wissbegierde für sein Ziel gekämpft und er hat es geschafft. Mit einfachen Mitteln baut er ein Windrad, welches ermöglicht, dass Wasser aus dem Brunnen gepumpt wird um die Pflanzen zu wässern. Eine regelmäßige Maisernte ist nun möglich. Er rettet sein ganzes Dorf vor dem sicheren Hungertod.

Dieser Film zeigt, wie wichtig Schul- und Ausbildung sind. Die Menschen haben so die Möglichkeit, sich in vielen Dingen selber zu helfen. Unser Verein, Socialis for the Gambia, ermöglicht Kindern in Gambia, Brufut, den kostenlosen Schulbesuch inklusive Schulkleidung, Mittagessen und Schulbüchern.

Gambia, Brufut, Schule

Filmtipp – Aufbruch ins Ungewisse

Verkehrte Welt – was wäre, wenn man die Perspektive tauscht und Europäer die Flüchtlinge wären? Eine Familie, Vater, Mutter und zwei Kinder fliehen aus Deutschland da hier mittlerweile die Rechten an der Macht sind und ihnen Haft und Folter drohen. Das Schlauchboot kentert auf dem Weg nach Afrika, der Sohn wird vermisst.

Wir haben auf der Messe FAIR FRIENDS am 7. September 2019 vor einem von der Seerettung Dortmund aufgestellten Original Schlauchboot von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer gestanden. Lesen Sie hierzu meinen Artikel auf diesem Blog.

Aber weiter zu dem Inhalt des Filmes, aufgrund der Suche nach dem Sohn, läuft die Registrierung falsch und folglich gibt es Probleme bei dem Antrag auf Asyl. Zudem zerrt das Leben im Flüchtlingslager hinter Stacheldraht an den Nerven aller Beteiligten.

Die weißen Flüchtlinge im Film erleben genau das, was all den Flüchtlingen, die in den letzten Jahren hoffnungsvoll an Europas Küsten angekommen sind, widerfahren ist.

Nun kann man sich natürlich die Frage stellen, interessiert das überhaupt jemanden. Die tägliche Berichterstattung ist voll von ähnlichen Bildern und Filmen. Sie sagen, hier handelt es sich um einen Science Fiction Film, das wird uns eh nicht passieren? Na ja, in Deutschland sitzt eine Partei mit rechtsextremen Mitgliedern im Bundestag, in Österreich ist die FPÖ Mitglied der Regierung und Polen hat die Medienfreiheit sowie die Unabhängigkeit der Justiz eingeschränkt. Wie gut, dass ich schreiben darf, was ich denke – Meinungsfreiheit 😉

Schauen sie sich den Film an, um die Situation der Flüchtlinge, die in Europa stranden besser zu verstehen. Denn wer verlässt seine Heimat, vielleicht auch Familie und Freunde, Hab und Gut, berufliches Ansehen um mit einem Schlauchboot über’s Meer zu fahren und nicht einmal zu wissen ob man überhaupt ankommt.

Lesen Sie auch auf wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Aufbruch_ins_Ungewisse

Es bewegt sich etwas, geht es aufwärts?

Auf meinem Fotoabend „Gambia hautnah“ am 16.8.19 hatte ich u. a. davon berichtet, dass wir während unsere Reise nach Gambia im März 2019 wahrgenommen haben, dass sich Gambia im Vergleich zu 2017 und 2018 langsam verändert. Dies liegt mit Sicherheit auch daran, dass Anfang 2017 der autokratische Präsident Jammeh abgewählt wurde und der Demokrat Barrow das Amt übernahm.

Während unserer Fahrten durch das Land haben wir beobachtet, dass viel gebaut wird. Wir haben uns die im Januar diesen Jahres eröffnete Brücke über den Gambia angeschaut. Es ist die einzige Brücke, die die beiden Landesteile nördlich und südlich des Flusses miteinander verbindet. Der Trans-Gambia Highway, im Nachbarland Senegal als Transgambienne bekannt, ist nun durchgehend befahrbar. Auf meiner Rundreise 2017 hatte ich in Soma Bauschilder und Pfeiler für diese Brücke gesehen.

Baustelle für die Brücke über den Gambia, Ostern 2017
Brücke über den Gambia, März 2019

Aber es müssen nicht immer große Bauwerk sein. Der Honighändler hat seinen kleinen Stand vergrößert und baut sich einen gemauerten Verkaufstresen. Der Tourismus nimmt zu und die Inhaber der AbKa’s Lodge bauen neue kleine Häuschen für weitere Gäste.

Mein Empfinden hat sich nicht getäuscht. Aktuell wird das auf der Website Africa in Data mit Zahlen belegt. Zusammengefasst wird u. a. folgendes dargestellt:
Die gesundheitliche Situation der Menschen verbessert sich, es gibt nicht mehr so viele Malariatote. Viele afrikanische Länder werden von Demokraten regiert. Ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum wird erzielt. Begründet wird dies durch den Zugang zu Bildung – auch in Gambia gibt es eine Universität. Die jungen Menschen sind gut ausgebildet und wollen ihr Land nach vorne bringen. Siehe hierzu auch meinen Beitrag zum Thema Africa Startups.

Auch unser Verein Socialis for the Gambia hat seinen Beitrag geleistet in dem seine Mitglieder, Förderer und Sponsoren aktuell mehr als 600 Kindern eine Schulbildung und fast 70 Jugendlichen eine Ausbildung ermöglichen. In diesem Jahr hat der Verein sein 20jähriges Jubiläum gefeiert und nicht nur in Deutschland, sondern auch vor Ort mit den Menschen in Gambia.

Afrikanische Union bringt „größte Freihandelszone der Welt“ auf den Weg

Die Afrikanische Union (AU) hat sich als Fernziel ein geeintes und wohlhabendes Afrika gesetzt. Hierzu wurde im Jahr 2013 zum 50. Jahrestag die Agenda 2063 aufgestellt. Ein Zukunftsprojekt welches die afrikanischen Völker für ihren Kontinent wollen und nicht die Entwicklungshelfer anderer Länder für Afrika. Es geht um die Umsetzung von vielen verschiedenen Themen wie Modernisierung der Landwirtschaft, Bildung, Klimawandel, Infrastruktur, Frauenrechte, Zugang zu Elektrizität, Gesundheitswesen und so weiter.

Ein Flagship Projekt der Agenda 2063 ist das Abkommen African Continental Free Agreement (AfCFTA). 54 der insgesamt 55 Mitgliedstaaten der AU sind bis Mail 2019 dem AfCFTA beigetreten, nur Eritrea ist nicht dabei.  Ab sofort sollen die Mitgliedsstaaten bestehende Handelshemmnisse, wie z. B. hohe Einfuhrzölle oder bürokratische Hürden abbauen und so den innerafrikanischen Handel ankurbeln. Handelsstreitigkeiten sollen künftig untereinander nach gemeinsamen Regeln geklärt werden.

Ich vermute, dass Volker Seitz, Autor des Buches „Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann“ dieses Abkommen als einen richtigen Schritt in die Zukunft Afrikas ansieht. Durch eine gute Schul- bzw. Ausbildung, kreative Ideen sowie die eigene Vermarktung z. B. der Bodenschätze kann die Unabhängigkeit von anderen Staaten wie China, Amerika oder Europa erreicht werden.

Ein aktuelles Beispiel möchte ich Ihnen gerne nennen. Auf unserer Reise im März 2019 nach Gambia, konnten wir die im Januar eröffnete Brücke über den Gambia bestaunen. Es ist die einzige Brücke, die die beiden Landesteile nördlich und südlich des Flusses miteinander verbindet. Der Trans-Gambia Highway, im Nachbarland Senegal als Transgambienne bekannt, ist nun durchgehend befahrbar und verbindet beide Länder.

lange LKW Schlangen bilden sich vor der Fähre zur Überfahrt über den Gambia, Ostern 2017
Brücke über den Gambia, März 2019, die Stadt Soma liegt im Süden und Farafenni im Norden.

Buchtipp – Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann

Afrika ist ein reiches Land, mit vielfältigen Kulturen, großen Ressourcen wie Bodenschätzen und ganz besonders den freundlichen Menschen. Obwohl viele in großer Armut leben, sind sie aufgeschlossen, voller Lebensfreude und lachen oft. Hierauf hatte ich eine Lehrerin an unserer Schule von Socialis for the Gambia angesprochen worauf sie meinte „sollen wir weinen, das hilft uns auch nicht satt zu werden“.

Der Buchtitel „Afrika wird arm regiert“ hatte mich fasziniert und der Inhalt nicht enttäuscht. Nachfolgend habe ich einige wenige Themen kurz dargestellt, die ich persönlich zu unserem Projekt „Socialis for the Gambia“ reflektiere.

Volker Seitz, Afrika wird arm regiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann

Der Autor des Buches, Volker Seitz, war 17 Jahre als deutscher Diplomat vor Ort in Afrika. Er weist darauf hin, dass er in seinem Buch ausschließlich seine persönliche Meinung schreibt. Er hatte die Möglichkeit, Ergebnisse von finanziellen Zuwendungen zu verfolgen und berichtet, dass oftmals Gelder beim „Stamme der Ma Benzi“ landeten und Korruption nicht geahndet wurde. Seiner Meinung nach hängt die Entwicklung und Zukunft eines Landes in hohem Maße von der schulischen Bildung ab. Und eine seiner Empfehlungen lautet, Gelder direkt z. B. in Bildung und Gesundheit zu investieren sowie Projekte auch zu begleiten und die Wirksamkeit zu prüfen.

Auch unsere Einrichtungen von Socialis for the Gambia unterstützen, in dem sie Hilfe zur Selbsthilfe durch Schul- und Ausbildung anbieten, seit 2017 auch in der Landwirtschaft. Hierüber schreibt Seitz, dass die Landwirtschaft stärker gefördert werden muss und zwar auch um die Infrastruktur wie Straßen, Lagerhäuser und Fabriken zur Weiterverarbeitung. Denn laut seiner Aussage erzielen Investitionen in die Landwirtschaft den höchsten Faktor beim Abbau der Armut.
Genau zu diesem Thema empfehle ich ihnen den Film „Der Junge, der den Wind einfing“. Ein gesonderter Artikel hierzu folgt.

Direkt am Anfang des Buches liest man das Zitat „Immer wieder finden sich Eskimos, die den Afrikanern sagen, was sie zu tun haben“(Stanislaw Jerzy Lec). Seitz möchte, dass man den Afrikanern ihre eigenen Ideen lässt. Sie sind erfinderisch, wenn es darum geht mit wenigen Mitteln zum Ziel zu gelangen. In meinem Tipp zu den Kurzfilmen „Digital Africa“ wird genau hierüber berichtet. Es werden Ideen vorgestellt, die ein Europäer niemals in Erwägung ziehe würde, weil das Leben in Afrika eben ganz andere Anforderungen stellt.

Passend zum Thema Digital Africa schreibt Seitz, dass „kleinere Leute durch Kleinkredite gefördert werden“ sollten. Kredite von 30 bis 250 Euro werden gewährt um ein eigenes Geschäft aufzubauen und somit eine eigene Einkommensquelle zu erschließen. Zu 97 % wird dies von Frauen genutzt, sie fühlen sich zu fast 99 % zur Rückzahlung verpflichtet.
Auch hier möchte ich auf unser Projekt Socialis for the Gambia verweisen. Die ausgebildeten Schneiderinnen erhalten nach Übergabe der Zertifikate für einen Start in die Selbstständigkeit eine Tretnähmaschine.

Seitz schreibt, dass den Afrikanern mehr Respekt entgegen gebracht werden soll. Hierzu merke ich an, dass wir die Arbeit der Mitarbeiter/innen vor Ort in den Einrichtungen von Socialis for the Gambia sehr schätzen. Wenn wir unsere Schule und die Ausbildungsstätten besuchen, werden alle respektvoll begrüßt. Während der letzten Reise haben wir z. B. unseren Schulköchinnen erzählt, dass wir zuhause Fotos von ihnen und ihren großen Töpfen mit Reis zeigen. Das hat sie sehr stolz gemacht.
In den Klassenzimmern unserer Schule hängen handgeschriebene Regeln an der Wand, auf deren Einhaltung unser Headmaster Mr. Jatta, achtet und die Kinder bei Nichtbeachtung darauf hinweist. In diesem Zusammenhang haben wir beobachtet, dass unsere Schüler/innen Mr. Jatta mit Respekt begegnen.

Gambia, Brufut, Schulküche mit unseren Köchinnen

Wir haben während unserer Reisen beobachtet, dass die Frauen sehr fleißig sind. Sie kümmern sich um die Kinder, sorgen für das Essen, arbeiten auf dem Feld, holen Wasser. Und Seitz schreibt, dass vor allem die Frauen gefördert werden sollten, denn sie hätten ein gutes Geschick beim Geschäfte machen, sie hätten eher den Blick für Machbares als für Wünsche.

Ich möchte diesen Bericht mit einem Zitat aus Seitz Buch beenden, in dem er Hillary Clinton’s Ende einer Rede vor der Afrikanischen Union von 2011 zitiert:
„Wenn alle afrikanischen Frauen, vom Kap bis Kairo, sich entschlössen, eine Woche nicht zu arbeiten, würde die gesamte Wirtschaft des Kontinents wie ein Kartenhaus zusammenfallen“.

Nachhaltigkeit in der Entwicklungszusammenarbeit

Am 7. September 2019 habe ich mit meinem Mann Karsten Schulz die Messe FAIR FRIENDS in Dortmund besucht. Wir waren von den vielfältigen Themen und nachhaltigen Angeboten überrascht. 

Insbesondere den Beitrag von Herrn Dr. Kischlat, German Doctors, zum Thema „Hilfe, die bleibt. Über die Nachhaltigkeit in der Entwicklungshilfe“ fanden wir informativ und sehr interessant. Nachdrücklich hat er darauf hingewiesen, dass es sich nicht nur um reine Entwicklungshilfe sondern eher um eine Entwicklungszusammenarbeit handelt. Die Menschen vor Ort werden ausgebildet, damit sie später eigenständig im Gesundheitsbereich arbeiten können.
Im Anschluss an den Vortrag haben wir die Gelegenheit für einen intensiven Gedankenaustausch mit ihm an seinem Stand der German Doctors genutzt. Vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja irgendwann einmal, wir würden uns freuen.

Auch unser Verein Socialis for the Gambia trägt ein kleines Stückchen dazu bei, dass den Kinder und Jugendlichen zukünftig eine bessere Lebensqualität ermöglicht wird. In Brufut gibt es einen Kindergarten sowie eine Schule und die Jugendlichen haben nach der Schule die Möglichkeit, eine Ausbildung als Schneider, Friseur oder Schreiner zu absolvieren. In Sintet gibt es zusätzlich zur Schneiderausbildung auch eine Ausbildung in der Landwirtschaft.

Gambia, Brufut, Ausbildung Schneider/innen

Natürlich gibt es viele weitere Projekt in Gambia, überwiegend mit dem Ziel, den Menschen vor Ort Unterstützung zu bieten, um sich eine Zukunft in ihrem eigenen Land aufzubauen. Dann werden sie auch nicht ihre Heimat und ihre Familien verlassen, um mit einem Schlauchboot übers Mittelmeer zu fahren mit dem sie vielleicht niemals in Europa ankommen.

Die Seebrücke Dortmund, eine örtliche Gruppe der Seebrücke Deutschland hatte auf der FAIR FRIENDS in einer der Messehallen ein Schlauchboot aufgebaut, welches aus dem Mittelmeer geborgen wurde. Hier konnte man ausprobieren, wie es sich anfühlt, auf so einem Boot zu sein. Unvorstellbar, wie quälend eine Überfahrt in einem überladenen Boot auf offener See sein muss.
Exemplarisch war auf dem Boden der Messehalle ein kleiner Bereich markiert, welcher das Platzangebot auf solch einem Boot für 6 Menschen darstellen sollte. Wir haben zusammen mit vier weiteren Menschen für vielleicht eine Minute schweigend innerhalb der Markierung zusammen gestanden. Ich finde keine passenden Worte, es ist menschenunwürdig.
„Wir geben den Menschen, die auf dem Mittelmeer umkamen einen Namen, damit sie nicht vergessen werden.“ Auf einem großen Banner aus Planen waren Namen der vielen Verstorbenen aufgeschrieben, darunter auch viele Kinder.

Und so etwas passiert im 21. Jahrhundert – Menschen fliegen zum Mond, Künstliche Intelligenz kommt zum Einsatz – aber es gibt seit Jahren keine generelle Lösung für Menschen, die ihre Heimat z. B. wegen Krieg, Hunger oder aus politischen Gründen verlassen haben.

Bericht vom 3. Fotoabend Gambia „hautnah“ in Dortmund, 16.08.2019

Trotz Sommerferien haben sich wieder rund 50 Besucher zum 3. Fotoabend Gambia „hautnah“ im Lebensart Cafe in Dortmund eingefunden. Berichte von unserer Schule in Brufut und Sintet sowie viele kleine Geschichten von unterwegs wurden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. In der Pause hat Miriam Lehmann fleißig Spenden für Genähtes unserer Schneidereien und für den aus Gambia mitgebrachten Honig gesammelt. Unterstützt wurden wir wieder von den Trommlern um Anke Filipiak. Der Erlös des Abends belief sich auf 690 Euro. Besonders freuen wir uns über drei neue Mitgliedschaften.

Den Filmzusammenschnitt, hinterlegt mit der neuen Vereinshymne der Gambianer zum 20jährigen Vereinsjubiläum, sowie Informationen zu dem Honig finden Sie auf diesem Blog.

Impressionen vom 3. Fotoabend Gambia „hautnah“ im Lebensart Cafe in Dortmund