mein Dortmund – Gabenzaun am U

Liebe Gambia Freunde.

Heute berichte ich ausnahmsweise einmal über meine Heimatstadt Dortmund. Menschen in unserer Stadt, denen es gerade jetzt nicht gut geht, würden sich über unsere Unterstützung freuen. Am Dortmunder U gegenüber vom Gast-Haus e. V. gibt es einen Gabenzaun. Hier können Spendentüten für Bedürftige aufgehängt werden.

Ich habe eingekauft und Tüten mit Obst, Saft, gekochten Eiern, Müsliriegeln … gepackt und bin mit sehr gemischten Gefühlen zum Gabenzaun gefahren. Ganz unbegründet, die Menschen halten Abstand, sind dankbar und nicht nur für materielle Dinge sondern auch für eine Unterhaltung.

All das hat einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen und ich werde – soweit möglich – bis zum Ende der Kontaktsperre regelmäßig dort vorbeifahren. Mit Lebensmitteln aber auch um immer mal wieder für Ordnung zu sorgen, wie aufgerissene Tüten entsorgen oder um Kleidungsstücke vom Boden aufzusammeln und wieder am Zaun aufzuhängen.

Besonders erwähnen möchte ich noch die fleißigen Helfer vom Wärmebus der Malteser. Sie fahren diesen Standort täglich um 17.30 Uhr an und geben Suppe und warme Getränke aus.

Gabenzaun Dortmund am U

Helfen auch Sie. Man kann auch mit kleinen Dingen Menschen glücklich machen.
Bleiben Sie gesund, Ihre Heike Hagemann

Kreislaufwirtschaft – Kleider aus der Tonne von Togo

Stellen Sie sich einmal vor, Sie entsorgen ihre Kleidung im Altkleidercontainer und kaufen sie dann erneut in Paris als Vintage Look zurück.

Wir leben im Überfluss und tauschen unsere Kleidung schnell gegen Neues ein. Der Kleiderschrank quillt über und wir bringen die Sachen, die gerade nicht mehr „in“ sind, zum Altkleidercontainer. Viele dieser Kleider aus den Containern landen bei gewerblichen Textilverwertern, wo sie sortiert und je nach Zustand und Qualität unter anderem nach Afrika weiterverkauft und dort auf den Märkten angeboten werden.

Der Designer Amah Ayivi sucht auf dem Markt in Lomé, der Hauptstadt Togos, gezielt nach ausgefallenen, hochwertigen Stücken, um sie dann aufzubereiten und wieder zu verkaufen.

Schauen Sie sich den kurzen ZDF Trailer zum Thema „Second Second Hand“ an.

Beeindruckende Fotos zu diesem Thema finden Sie auf der Seite des Fotografen Andrew Esiebo.

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Wie geht man in der Praxis mit Kleiderspenden um? Während meiner ersten beiden Reisen nach Gambia habe ich gut erhaltene Frauen- und Kinderkleidung zum Verschenken mitgenommen. Aber ist es nicht sinnvoller, dass die Frauen vor Ort in den eigenen Schneiderein einkaufen? Und meiner Meinung nach sehen die Afrikanerinnen in ihren bunten Kleidern einfach auch viel hübscher aus als in europäischer Kleidung.

Dieses Jahr im März habe ich nur gut erhaltene Kinderkleidung mitgenommen. Die Schneiderinnen unserer Schule in Sintet haben sich gefreut und verteilen die Sachen nach Bedarf untereinander.

Gambia, Sintet, März 2019

Es bewegt sich etwas, geht es aufwärts?

Auf meinem Fotoabend „Gambia hautnah“ am 16.8.19 hatte ich u. a. davon berichtet, dass wir während unsere Reise nach Gambia im März 2019 wahrgenommen haben, dass sich Gambia im Vergleich zu 2017 und 2018 langsam verändert. Dies liegt mit Sicherheit auch daran, dass Anfang 2017 der autokratische Präsident Jammeh abgewählt wurde und der Demokrat Barrow das Amt übernahm.

Während unserer Fahrten durch das Land haben wir beobachtet, dass viel gebaut wird. Wir haben uns die im Januar diesen Jahres eröffnete Brücke über den Gambia angeschaut. Es ist die einzige Brücke, die die beiden Landesteile nördlich und südlich des Flusses miteinander verbindet. Der Trans-Gambia Highway, im Nachbarland Senegal als Transgambienne bekannt, ist nun durchgehend befahrbar. Auf meiner Rundreise 2017 hatte ich in Soma Bauschilder und Pfeiler für diese Brücke gesehen.

Baustelle für die Brücke über den Gambia, Ostern 2017
Brücke über den Gambia, März 2019

Aber es müssen nicht immer große Bauwerk sein. Der Honighändler hat seinen kleinen Stand vergrößert und baut sich einen gemauerten Verkaufstresen. Der Tourismus nimmt zu und die Inhaber der AbKa’s Lodge bauen neue kleine Häuschen für weitere Gäste.

Mein Empfinden hat sich nicht getäuscht. Aktuell wird das auf der Website Africa in Data mit Zahlen belegt. Zusammengefasst wird u. a. folgendes dargestellt:
Die gesundheitliche Situation der Menschen verbessert sich, es gibt nicht mehr so viele Malariatote. Viele afrikanische Länder werden von Demokraten regiert. Ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum wird erzielt. Begründet wird dies durch den Zugang zu Bildung – auch in Gambia gibt es eine Universität. Die jungen Menschen sind gut ausgebildet und wollen ihr Land nach vorne bringen. Siehe hierzu auch meinen Beitrag zum Thema Africa Startups.

Auch unser Verein Socialis for the Gambia hat seinen Beitrag geleistet in dem seine Mitglieder, Förderer und Sponsoren aktuell mehr als 600 Kindern eine Schulbildung und fast 70 Jugendlichen eine Ausbildung ermöglichen. In diesem Jahr hat der Verein sein 20jähriges Jubiläum gefeiert und nicht nur in Deutschland, sondern auch vor Ort mit den Menschen in Gambia.

Afrikanische Union bringt „größte Freihandelszone der Welt“ auf den Weg

Die Afrikanische Union (AU) hat sich als Fernziel ein geeintes und wohlhabendes Afrika gesetzt. Hierzu wurde im Jahr 2013 zum 50. Jahrestag die Agenda 2063 aufgestellt. Ein Zukunftsprojekt welches die afrikanischen Völker für ihren Kontinent wollen und nicht die Entwicklungshelfer anderer Länder für Afrika. Es geht um die Umsetzung von vielen verschiedenen Themen wie Modernisierung der Landwirtschaft, Bildung, Klimawandel, Infrastruktur, Frauenrechte, Zugang zu Elektrizität, Gesundheitswesen und so weiter.

Ein Flagship Projekt der Agenda 2063 ist das Abkommen African Continental Free Agreement (AfCFTA). 54 der insgesamt 55 Mitgliedstaaten der AU sind bis Mail 2019 dem AfCFTA beigetreten, nur Eritrea ist nicht dabei.  Ab sofort sollen die Mitgliedsstaaten bestehende Handelshemmnisse, wie z. B. hohe Einfuhrzölle oder bürokratische Hürden abbauen und so den innerafrikanischen Handel ankurbeln. Handelsstreitigkeiten sollen künftig untereinander nach gemeinsamen Regeln geklärt werden.

Ich vermute, dass Volker Seitz, Autor des Buches „Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann“ dieses Abkommen als einen richtigen Schritt in die Zukunft Afrikas ansieht. Durch eine gute Schul- bzw. Ausbildung, kreative Ideen sowie die eigene Vermarktung z. B. der Bodenschätze kann die Unabhängigkeit von anderen Staaten wie China, Amerika oder Europa erreicht werden.

Ein aktuelles Beispiel möchte ich Ihnen gerne nennen. Auf unserer Reise im März 2019 nach Gambia, konnten wir die im Januar eröffnete Brücke über den Gambia bestaunen. Es ist die einzige Brücke, die die beiden Landesteile nördlich und südlich des Flusses miteinander verbindet. Der Trans-Gambia Highway, im Nachbarland Senegal als Transgambienne bekannt, ist nun durchgehend befahrbar und verbindet beide Länder.

lange LKW Schlangen bilden sich vor der Fähre zur Überfahrt über den Gambia, Ostern 2017
Brücke über den Gambia, März 2019, die Stadt Soma liegt im Süden und Farafenni im Norden.

Buchtipp – Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann

Afrika ist ein reiches Land, mit vielfältigen Kulturen, großen Ressourcen wie Bodenschätzen und ganz besonders den freundlichen Menschen. Obwohl viele in großer Armut leben, sind sie aufgeschlossen, voller Lebensfreude und lachen oft. Hierauf hatte ich eine Lehrerin an unserer Schule von Socialis for the Gambia angesprochen worauf sie meinte „sollen wir weinen, das hilft uns auch nicht satt zu werden“.

Der Buchtitel „Afrika wird arm regiert“ hatte mich fasziniert und der Inhalt nicht enttäuscht. Nachfolgend habe ich einige wenige Themen kurz dargestellt, die ich persönlich zu unserem Projekt „Socialis for the Gambia“ reflektiere.

Volker Seitz, Afrika wird arm regiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann

Der Autor des Buches, Volker Seitz, war 17 Jahre als deutscher Diplomat vor Ort in Afrika. Er weist darauf hin, dass er in seinem Buch ausschließlich seine persönliche Meinung schreibt. Er hatte die Möglichkeit, Ergebnisse von finanziellen Zuwendungen zu verfolgen und berichtet, dass oftmals Gelder beim „Stamme der Ma Benzi“ landeten und Korruption nicht geahndet wurde. Seiner Meinung nach hängt die Entwicklung und Zukunft eines Landes in hohem Maße von der schulischen Bildung ab. Und eine seiner Empfehlungen lautet, Gelder direkt z. B. in Bildung und Gesundheit zu investieren sowie Projekte auch zu begleiten und die Wirksamkeit zu prüfen.

Auch unsere Einrichtungen von Socialis for the Gambia unterstützen, in dem sie Hilfe zur Selbsthilfe durch Schul- und Ausbildung anbieten, seit 2017 auch in der Landwirtschaft. Hierüber schreibt Seitz, dass die Landwirtschaft stärker gefördert werden muss und zwar auch um die Infrastruktur wie Straßen, Lagerhäuser und Fabriken zur Weiterverarbeitung. Denn laut seiner Aussage erzielen Investitionen in die Landwirtschaft den höchsten Faktor beim Abbau der Armut.
Genau zu diesem Thema empfehle ich ihnen den Film „Der Junge, der den Wind einfing“. Ein gesonderter Artikel hierzu folgt.

Direkt am Anfang des Buches liest man das Zitat „Immer wieder finden sich Eskimos, die den Afrikanern sagen, was sie zu tun haben“(Stanislaw Jerzy Lec). Seitz möchte, dass man den Afrikanern ihre eigenen Ideen lässt. Sie sind erfinderisch, wenn es darum geht mit wenigen Mitteln zum Ziel zu gelangen. In meinem Tipp zu den Kurzfilmen „Digital Africa“ wird genau hierüber berichtet. Es werden Ideen vorgestellt, die ein Europäer niemals in Erwägung ziehe würde, weil das Leben in Afrika eben ganz andere Anforderungen stellt.

Passend zum Thema Digital Africa schreibt Seitz, dass „kleinere Leute durch Kleinkredite gefördert werden“ sollten. Kredite von 30 bis 250 Euro werden gewährt um ein eigenes Geschäft aufzubauen und somit eine eigene Einkommensquelle zu erschließen. Zu 97 % wird dies von Frauen genutzt, sie fühlen sich zu fast 99 % zur Rückzahlung verpflichtet.
Auch hier möchte ich auf unser Projekt Socialis for the Gambia verweisen. Die ausgebildeten Schneiderinnen erhalten nach Übergabe der Zertifikate für einen Start in die Selbstständigkeit eine Tretnähmaschine.

Seitz schreibt, dass den Afrikanern mehr Respekt entgegen gebracht werden soll. Hierzu merke ich an, dass wir die Arbeit der Mitarbeiter/innen vor Ort in den Einrichtungen von Socialis for the Gambia sehr schätzen. Wenn wir unsere Schule und die Ausbildungsstätten besuchen, werden alle respektvoll begrüßt. Während der letzten Reise haben wir z. B. unseren Schulköchinnen erzählt, dass wir zuhause Fotos von ihnen und ihren großen Töpfen mit Reis zeigen. Das hat sie sehr stolz gemacht.
In den Klassenzimmern unserer Schule hängen handgeschriebene Regeln an der Wand, auf deren Einhaltung unser Headmaster Mr. Jatta, achtet und die Kinder bei Nichtbeachtung darauf hinweist. In diesem Zusammenhang haben wir beobachtet, dass unsere Schüler/innen Mr. Jatta mit Respekt begegnen.

Gambia, Brufut, Schulküche mit unseren Köchinnen

Wir haben während unserer Reisen beobachtet, dass die Frauen sehr fleißig sind. Sie kümmern sich um die Kinder, sorgen für das Essen, arbeiten auf dem Feld, holen Wasser. Und Seitz schreibt, dass vor allem die Frauen gefördert werden sollten, denn sie hätten ein gutes Geschick beim Geschäfte machen, sie hätten eher den Blick für Machbares als für Wünsche.

Ich möchte diesen Bericht mit einem Zitat aus Seitz Buch beenden, in dem er Hillary Clinton’s Ende einer Rede vor der Afrikanischen Union von 2011 zitiert:
„Wenn alle afrikanischen Frauen, vom Kap bis Kairo, sich entschlössen, eine Woche nicht zu arbeiten, würde die gesamte Wirtschaft des Kontinents wie ein Kartenhaus zusammenfallen“.

Honig aus Gambia

Während unserer Reise im März 2019 haben wir einen Honighändler besucht und dort eingekauft. Die Flaschen mit Honig haben die Rückreise im Koffer gut überstanden. Zuhause haben wir damit kleine Gläser befüllt und am 3. Fotoabend Gambia“hautnah“ gegen eine Spende abgegeben. Wir hoffen, er hat allen gut geschmeckt?

Nachfolgend eine Information zu dem Honig:

National Beekeepers Association Gambia (NBAG) ist eine gemeinnützige Organisation, die sich der Förderung der Bienenzucht zur Herstellung von 100% reinem gambischem Honig und Bienenwachscreme widmet. 

Der Verband der Imker setzt sich dafür ein, die Lebensgrundlage der ländlichen Gemeinden zu verbessern, indem er Kleinbauern in der Bienenstockpflege schult und unterstützt und sie dabei unterstützt, produktiver zu werden. 

Sobald der Honig produziert ist, wird er an die NBAG verkauft, die einen Preis zahlt, der den internationalen Preisrichtlinien des Fairen Handels entspricht.

  • Natürlich => Unsere Bienen wählen die Farbe des Honigs und die Textur aus den lokalen Wildblumensorten, die sie ernähren.
  • Nährstoffe => 100 % natürlicher Zucker (hauptsächlich Fructose und Glucose).  18 % Wasser, je weniger Wassergehalt der Honig hat, desto besser ist die Qualität. 2 % Mineralien, Vitamine, Pollen und Eiweiß.
  • der gesundheitliche Nutzen => Immunitätsverstärker + Energieverstärke+ antimykotisch + beruhigt kleinere Verbrennungen + Schlafhilfe + beruhigt Halsschmerzen + fördert das Wachstum von nützlichen Bakterien + Feuchtigkeitscreme für die Haut
Banjul Area (Brikama Highway, between Brikama & Farato)

Gambiareise März 2019

Nachdem ich 2017 das erste Mal mit einer Reisegruppe des Vereins in Gambia war, 2018 mit meinem Mann Karsten Schulz sowie einem der beiden großen Sponsoren des Vereins Marcus Zamecnik, habe ich mich dieses Jahr erneut mit meinem Mann für eine Woche auf den Weg gemacht. Dieses Mal war zur gleichen Zeit einige Tage der zweite große Sponsor Werner Engelhardt vor Ort. So ergab sich die Gelegenheit, dass eine oder andere Thema direkt vor Ort zu erörtern.

Gerne möchten wir SIE wieder mit unserem Bericht infizieren und haben deshalb einige der letzten Themen erneut vor Ort verfolgt und unsere ganz persönlichen Eindrücke und Erlebnisse zusammengefasst.

Am Sonntag haben wir unsere Freundin Waltraud zuhause in Ihrer Wohnung besucht. Sie ist seit letztem Herbst vor Ort und unterstützt überwiegend das Landwirtschafts-projekt und die Schneidereien.

In ihrer Wohnung gab es früher eine Verbindungstür zu einer weiteren Wohnung auf dieser Etage damit damals der Ehemann jeweils immer seine beiden Frauen einfach besuchen konnte. Eine interessante Lösung!

Anschließend habe ich Waltraud zu der Werkstatt ihres Vertrauens begleitet. Sie hatte einen Termin vereinbart, es sollte am Auto nur eine Kleinigkeit erledigt werden. Das Ganze hat dann mehr als drei Stunden gedauert und ich hatte mir einen ersten Sonnenbrand geholt.

Montag Morgen haben wir unsere Schule Sannehmentereng in Brufut besucht. Zuerst haben wir den Headmaster Mr. Jatta begrüßt und einen großen Leinenbeutel mit aus Deutschland gespendeten Sporttrikots und Sportschuhen übergeben. Gemeinsam haben wir einen Rundgang durch die Klassen und über das Gelände gemacht.

Mit den neuen Notebooks, gespendet von Marcus Zamecnik, wird fleissig gearbeitet.

In der Pause strömen alle Kinder aus den Klassen.

Unsere Köchinnen waren fleißig und haben für alle ein Mittagessen gekocht.

Im Skillcenter in Brufut wird fleißig genäht, geschreinert und frisiert. Der Schneider- und Friseurshop sind zur Zeit nicht in Betrieb. An einem Konzept für die Zukunft wird gearbeitet.

Die beiden neuen Toiletten, die von Ingenieuren von Technik ohne Grenzen e. V. gebaut werden, sind fast fertig.

Am Dienstag haben wir unsere zweitägige Rundreise gestartet. Unterwegs haben wir einen Imker besucht und Honig gekauft, den wir gerne zum Verkosten zum nächsten Fotoabend bereitstellen. Wir haben das Dorf Bintang wieder besucht und Mutter Binta hat uns wiedererkannt, ihr Sohn Femere ist mittlerweile ein energisches kleines Kerlchen.
Zum nächsten Fotoabend können Sie sich gerne davon überzeugen.

mit Binta und Femere in Bintang

Nach einer Mangroventour und einem leckeren Abendessen in der ABKA’s Lodge haben wir uns mit unserer Unterkunft angefreundet.

An meinem ersten Fotoabend in 2017 hatte ich von einer interessanten Fährüberfahrt über den Gambia River berichtet und erzählt, dass eine Brücke in Bau ist. Diese Brücke ist inzwischen fertiggestellt und wir haben sie uns angeschaut. Ein beachtliches Bauwerk welches allerdings auch die sozialen und ökonomischen Strukturen vor Ort verändert.

Auf dem Rückweg sind wir dann an unserer Landwirtschafts- und Schneiderschule in Sintet vorbeigefahren. Die beiden Trockentoiletten sind noch nicht ganz fertig. Es ist wahrlich ein richtiger „Thron“ geworden.

Die Planzen wachsen und gedeihen unter der täglichen Pflege der Gärtnerschüler. Der Lehrer Lamin zeigt einen Karton mit Auberginen, die für den Verkauf auf dem Markt geerntet wurden.

Und wir haben Ebriama, Lehrer an unserer Schule in Brufut, wiedergetroffen. Er hat uns 7.000 Steine für sein zukünftiges Haus gezeigt. Sie sind sicher auf einem Army Grundstück an dem Haus seines Bruder gelagert. Sobald er sein Grundstück abbezahlt hat, kann es mit der Bauerei losgehen.

Wie diese Steine hergestellt werden, zeige ich Ihnen auf dem nächsten Fotoabend.

Natürlich haben wir zwischendruch auch mal unsere Seele baumeln lassen. Auf einem Strandspaziergang haben wir einige Geier angetroffen, die eine tote Ziege verspeisen.

Samstag vor der Heimreise habe ich mir mit Waltraud das Projekt MyFarm angeschaut welches von einer Norwegerin ins Leben gerufen wurde. Mit viel Liebe zum Detail gibt es lehrreiches zu erforschen u. a. einen Solar Oven, Trocknung von Zitronengras und Kochen mit Sonnenenergie. Diverse Produkte wie Seife, Öl und Tee werden zum Verkauf hergestellt.

Auf dem Weg zum Flughafen haben wir dann noch hinter einer Demonstration im Stau gestanden.

Meine persönliche Bitte, mit jeder noch so kleinen Spende unterstützen Sie das Bildungsniveau der neuen Generation und tragen somit zur Verbesserung der Lebensqualität und Selbständigkeit der Menschen in Gambia bei.

In diesem Sinne, herzliche Grüße aus Dortmund, Ihre Heike Hagemann


Gambiareise März 2018

Nachdem ich immer wieder mit leuchtenden Augen von der Gruppenreise Ostern 2017 erzählt habe, waren mein Mann Karsten Schulz und ein großer Sponsor des Vereins, Marcus Zamecnik, neugierig und wollten die Einrichtungen von Socialis for the Gambia selber vor Ort erkunden.

Gerne möchten wir mit unserem Bericht auch SIE infizieren und haben deshalb unsere ganz persönlichen Eindrücke und Erlebnisse zusammengefasst. 

Direkt am Montag Morgen haben wir uns zu Fuß, mit einem Karton Federballspiele für die Kinder, auf den Weg gemacht zu unserer Schule Sannehmentereng und wurden herzlich  von Mr. Jatta, dem Headmaster der Schule, begrüßt.

auf dem Weg zur Schule in Brufut
Brufut, im Büro des Headmasters Mr. Jatta

Die Kinder dürfen heute für das am Donnerstag stattfindende Sportfest trainieren.  

Brufut, Schule, Sportplatz

Im Computerraum hatte die zur Zeit vor Ort tätige BWL Studentin Theresia mit einem Techniker die Computer durchgesehen und neu aufgebaut.

Brufut, Schule, PC-Raum

Wir haben den neu angelegten Schulgarten bewundert.

Brufut, Schulgarten

Im Kreativhaus hat Waltraud Haid einen Tisch für eine erste Wunderversorgung aufgebaut.

Brufut, Kreativhaus

Dienstag haben wir unser Skillcenter besucht und ich kann berichten, dass es hier jetzt ganz anders aussieht als im letzten Jahr. Die Friseurinnen haben nun einen Zugang zur Straße und auch die Schneiderinnen werden ihren Verkaufsraum fertig stellen, eine Umkleidekabine ist in Vorbereitung und ein Verkaufstresen steht auch schon bereit.

Brufut, Skillcenter
Brufut, Skillcenter, Schneiderei

Die dringend benötigte Solaranlage – finanziert von Sponsoren – wird im April eingebaut.

Wir haben uns sehr über die Einladung unseres Lehrers Ebriama Jallow zu sich nach Hause gefreut. Wir durften alles anschauen und seine Lebenssituation live miterleben. Zwei kleine Zimmer für 5 Personen, gekocht wird draußen. Trotz der wenigen Mittel plant er sein Leben indem er u. a. für ein eigenes Grundstück zahlt. Er kann stolz auf sich und seine Familie sein.

Brufut, zuhause bei unserem Lehrer Ebriama

Hatab Beyai, unser Manager vor Ort und Waltraud Haid nehmen uns Mittwoch mit nach Sintet zu unserer Landwirtschaftsschule. Die Autofahrt ist für die beiden  Neulinge Karsten und Marcus schon spannend, am Straßenrand wird verkauft, gegrillt, es fahren Esel- und Pferdekarren, oft sehen wir sehr alte LKW’s die liegen geblieben sind, Autoreifen werden einfach neben der Straße verbrannt.

Sintet, Landwirtschaftsschule

Im orangenen Shirt sehen Sie unseren Landwirtschaftslehrer Lamin Jammeh.  

Sintet, Landwirtschaftsschule, Gruppenfoto mit Mitarbeitern und dem Lehrer Lamin

Eins der Ostern 2017 zur Eröffnung gepflanzten Bäumchen ist mittlerweile gut gewachsen.

Die erste Ernte ist leider aufgrund Wassermangel nicht so gut ausgefallen. Aber sobald das Bohrloch vertieft ist, und die Felder wieder gerodet und gedüngt wurden, kann neu gepflanzt werden. Ich wünsche dem Projekt gutes gelingen!

Seit der Rundreise Ostern 2017 musste ich oft an unseren Besuch im Dorf Bintang denken. Auf dem Rückweg hat Hatab Beyai auf meinen Wunsch dort angehalten und mir persönlich damit eine große Freude bereitet.

Dorf Bintang
Dorf Bintang, Mutter Binta und Sohn Femere

Donnerstag haben wir uns dann wieder auf den Weg zur Schule gemacht um das 11. Interhouse competition Sportfest mitzuerleben. Die Kinder inklusive der Lehrlinge vom Skillcenter waren in vier Gruppen (blau, rot, grün, gelb) aufgeteilt. Für Eierlaufen, Sackrennen, Staffellauf, Wasser tragen, Bälle aufsammeln und diverse kurze sowie lange Strecken gab es jeweils nach Einlauf Punkte, die an einer Tafel dokumentiert wurden.           

Brufut, Sportfest in der Schule
Burut, Sportfest in der Schule – die blaue Gruppe vom Lehrer Ebriama
Brufut, Sportfest, Hatab Beyai holt seine Tochter von einem Zieleinlauf ab
Brufut, Sportfest, Pause mit Musik und Tanz

Samstag Morgen sind wir dann mit dem Headmaster Mr. Jatta, Waltraud Haid, den Praktikantinnen Sarah und Nyara, der Studentin Theresia, der Lehrerin Lisa sowie Köchinnen und Lehrern und natürlich 20 Kindern zum Independence Day der West Coast zum Nurserytreffen gefahren. Auf dem Dach des Busses waren Brennholz, Kochtöpfe, Stühle usw. verstaut.

die Feuerstelle wird eingerichtet und das Essen gekocht

132 Schulen waren wir Ort und haben sich dort unter Begleitung eines Blasorchesters präsentiert.  Dieses Fest mussten wir dann leider eher verlassen da wir heute Abend wieder heim fliegen. 

Meine persönliche Bitte, mit jeder noch so kleinen Spende unterstützen Sie das Bildungsniveau der neuen Generation und tragen somit zur Verbesserung der Lebensqualität und Selbständigkeit der Menschen in Gambia bei.