Interview von Maimuna zum Thema Schulbildung

Das britische Schulsystem in Gambia sieht vor, dass Kinder vom 4.-6. Lebensjahr drei Jahre lang eine „Nursery School“ (Vorschule) besuchen, in der sie u. a. die englische Sprache erlernen. Mit 7 Jahren beginnt für sechs Jahre die „Lower Basic School – Primary“ (Grundschule).  Die „Upper Basic School – Junior“ (Mittelstufe) für drei weitere Jahre darf erst nach erfolgreicher Prüfung besucht werden. Die nachfolgende dreijährige „Senior Secondary High School“ schließt mit dem A-Level-Examen (Abitur) ab, das zu einem Universitätsstudium berechtigt.
Die ersten neun Schuljahre bilden den Grundbildungszyklus und werden hauptsächlich von der Regierung finanziert, während die dreijährige Sekundarschulbildung in erster Linie von der Privatwirtschaft angeboten wird, wobei die Schulen von der Regierung mit Zuschüssen unterstützt und von Schulbehörden verwaltet werden.

Maimuna lebt in Gambia und studiert Journalistik. Ich habe mich finanziell an ihren diesjährigen Semesterkosten beteiligt, da sie Im Gegensatz zu unseren Studenten/innen in Deutschland kein Bafög erhält. Denn ich bin sicher, dass eine gute Ausbildung die beste Voraussetzung für ihr zukünftiges selbständiges Leben sein wird.
Ich hatte sie gefragt, ob sie einen kleinen Artikel für meinen Blog schreiben würde und das hat sie getan. Sie hat in ihrem persönlichen Umfeld Personen zum Thema Bildung in Gambia interviewt. Maimuna hat ein passendes Thema gewählt, da unser Verein Socialis for the Gambia in Brufut mehr als 600 Kindern eine kostenlose Schuldbildung ermöglicht. Lesen Sie nachfolgend den Original Bericht von Maimuna in englischer Sprache. Eine Übersetzung in Deutscher Sprache ist im Anschluss angefügt.


Maimuna’s Interview

Education has changed dimensions in The Gambia in the passed years in 2016, the enrollment rate in the Gambia stood at 93 percent, which is a great improvement compared to 81 percent in 2011.
The formal system of education in the Gambia operates on a 6-3-3-4 system. Basic education consists of six years of primary (lower basic) and three years of upper basic education, together totaling to 9 years of uninterrupted basic education.

Binta Bah, a student at MAJaC* said she is Lucky that, she has found herself in school because Non of her elder sisters went to school and she also thanked the previous government for bringing up the initiative of free education for the girl child.
Amadou Cham said education is very important to him. it is through it that, he would be able to make it in life. “ I am going to work hard to make my parents proud“. He said.
Fatoumata Danso, 42 old, a Teacher.  In an interview she said that, education has changed her life despite the low salary she received monthly, “am proud that I can read, write and speak anything I want in English, teaching had been my job since I graduate from The Gambia college in 2003.

Education in the Gambia takes place in 5 stages, namely lower basic, upper basic and secondary school, followed by undergraduate and graduate university. Although the 6 years of lower basic education at least is compulsory and free, a lack of universal facilities prevents this from becoming a reality for some.

Maimuna Beyai
Maimuna Beyai

Maimuna’s Interview – Deutsche Übersetzung

Die Bildung hat sich in Gambia in den vergangenen Jahren stark verändert. 2016 lag die Einschulungsrate in Gambia bei 93 Prozent, was eine große Verbesserung gegenüber 81 Prozent im Jahr 2011 darstellt.
Das formale Bildungssystem in Gambia basiert auf einem 6-3-3-4-System. Die Grundbildung besteht aus sechs Jahren Grundschulbildung (untere Grundschulbildung) und drei Jahren oberer Grundschulbildung, insgesamt also 9 Jahre ununterbrochener Grundschulbildung.

Binta Bah, eine Schülerin des MAJaC* sagte, sie sei froh, dass sie zur Schule gegangen sei, da keine ihrer älteren Schwestern zur Schule gegangen sei, und sie dankte auch der vorherigen Regierung für die Initiative der kostenlosen Bildung für Mädchen.
Amadou Cham sagte, dass Bildung für ihn sehr wichtig sei, da er es dadurch im Leben schaffen könne. „Ich werde hart arbeiten, um meine Eltern stolz zu machen“. sagte er.
Fatoumata Danso, 42 Jahre alt, ist Lehrerin.  In einem Interview sagte sie, dass Bildung ihr Leben verändert hat, trotz des geringen Gehalts, das sie monatlich erhält: „Ich bin stolz darauf, dass ich alles, was ich will, auf Englisch lesen, schreiben und sprechen kann. Das Unterrichten war mein Beruf, seit ich 2003 das College in Gambia abgeschlossen habe.

Das Bildungssystem in Gambia umfasst fünf Stufen, nämlich die untere Grundstufe, die obere Grundstufe und die Sekundarstufe, gefolgt von der Grundstufe und der Universität. Obwohl zumindest die 6 Jahre der unteren Grundschulbildung obligatorisch und kostenlos sind, verhindert der Mangel an universellen Einrichtungen, dass dies für einige zur Realität wird.

* MAJaC = Media Academy for Journalism and Communications
MAJaC = Medienakademie für Journalismus und Kommunikation

Die weitesten Reisen unternimmt man mit dem Kopf

Liebe Gambia Freunde/innen.

Lang’ ist es her, im Frühjahr 2019 war ich zuletzt vor Ort in Gambia. Aber die aktuelle Entwicklung der sinkenden Corona Zahlen lässt hoffen, dass es bald auch wieder mit einer Reise nach Gambia zu unserer Schule in Brufut klappen könnte.

Bis es soweit ist, habe ich das Buch „Gambia – ein Blick auf Afrika“ von Sabine Läufer gelesen oder besser ausgedrückt verschlungen. Nachdem ich die Zusammenfassung des Buchumschlages gelesen hatte, war ich neugierig und nach den ersten Seiten wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Sabine Läufer war im Jahr 2012 für mehrere Monate ehrenamtlich  in Brufut an unserer Schule um Französisch und Englisch zu unterrichten. Gewohnt hat sie in unserem Praktikantenhaus. Sie hat ihre Erlebnisse und persönliche Erfahrungen aus dem täglichen Leben  in einzelnen Geschichten erzählt, so wie ich es nach meinen Reisen zu den anschließenden Fotoabenden auch intuitiv gemacht hatte. Beim Lesen waren viele meiner eigenen Erfahrungen wieder existent und meine Gedanken waren im 5.000 km entfernten Gambia. Ich war mittendrin in unserer Schule, bei den Kindern im Kreativbungalow, habe die Trommeln gehört und auch die Berichte vom Leben im Praktikantenhaus sowie aus Sintet sind lebensnah beschrieben. Sabine Läufer nimmt aber auch kein Blatt vor den Mund, sie schreibt offen über die Situation der Frauen, das marode Gesundheitssystem oder auch über die unberechenbaren Stromausfälle.

Bis es hoffentlich bald wieder nach Gambia geht, werde ich immer mal wieder meine Fotos anschauen und so gut wie möglich virtuell Kontakte / Verbindungen aufrecht erhalten.

Gambia – Ein Blick auf Afrika, Sabine Läufer
ISBN 978-3-947334-40-7

Schulbetrieb hat wieder begonnen

Unser Manager vor Ort von Socialis for the Gambia, Mr. Hatab Beyai, hat mir geschrieben, dass er sich bei allen Vereinsmitgliedern und Sponsoren für unsere Unterstützung – insbesondere auch während der Schließungszeit aufgrund der Corona Pandemie – bedankt. Seit Ende Oktober sind unsere Schule und unser Skillcenter vor Ort in Brufut wieder geöffnet. Der Schulstart wurde gut vorbereitet. Die geplanten gesundheitlichen Richtlinien, wie z. B. Temperaturkontrolle für alle Lehrer, Schüler sowie für Besucher, das Tragen von Masken und Händewaschen am Schultor werden umgesetzt. Mr. Beyai schreibt weiterhin, dass obwohl die Zahl der Corona Erkrankten im Moment rückläufig ist, kein Risiko eingegangen werden soll und alles getan werden soll, um jeden Einzelnen zu schützen.

am Schultor wird die Temperatur gemessen
eine Station zum Hände waschen wurde neu eingerichtet

Im Sommer diesen Jahres war unser Headmaster of School Mr. Alieu Jatta in den wohlverdienten Ruhestand gegangen. Und zu Beginn dieses Schuljahres hat Mr. Omar Jammeh die Leitung der Schule übernehmen. Wir wünschen ihm viel Erfolg für seine neue Aufgabe und ich freue mich auf meine nächste Reise um ihn persönlich kennen zu lernen.

Mr. Omar Jammeh

Abschließend möchte ich die guten Wünsche von Mr. Beyai an uns alle gerne weitergeben. Er schreibt: „Ich bin so besorgt, dass die Corona Zahlen in Europa steigen, aber unsere Gedanken und Gebete sind bei Ihnen und Ihrer Familie, bitte sorgen Sie für ihre Sicherheit und Gesundheit.“

Meine persönliche Bitte an Sie alle: Aufgrund der ausgefallenen Veranstaltungen in diesem Jahr, freut sich der Verein ganz besonders über jede auch noch so kleine Spende.

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund, Ihre Heike Hagemann

Headmaster Mr. Jatta geht in den wohlverdienten Ruhestand

2017, während meiner ersten Reise nach Gambia habe ich Mr. Jatta, den Headmaster unserer Schule in Brufut von Socialis for the Gambia, kennen gelernt. Die Teilnehmer meiner Fotoabende im Lebensart Café Dortmund werden sich vielleicht an meine Berichte oder das eine oder andere Foto erinnern.

Gruppenfoto Reisegruppe und Team vor Ort in Brufut

Meine zweite Reise 2018 habe ich gemeinsam mit meinem Ehemann Karsten Schulz und einem großen Sponsor des Vereins Marcus Zamecnik, compustore group, unternommen. Wir hatten für die Kinder einen großen Karton mit Federballspielen mitgenommen, den wir vom Hotel zur Schule getragen und Mr. Jatta bei unserer Begrüßung in seinem Büro übergeben haben.

im Büro von Mr. Jatta, Brufut

Da wir ja nur drei Besucher vor Ort waren, konnten wir die Zeit mit Mr. Jatta intensiv genießen. Er hat mit uns die verschiedenen Klassenräume besucht und uns auf dem Gelände herumgeführt. Besonders stolz ist er auch auf den Schulgarten. Das geerntete Gemüse wird direkt in der Schulküche für das Mittagessen der Kinder verarbeitet.

Besichtigung des Schulgartens, Brufut

Im Jahr 2019 war ich erneut vor Ort in Gambia. Ich kann mich noch gut an die Begrüßung in der Schule erinnern. Die Augen von Mr. Jatta haben mit der Sonne um die Wette gestrahlt.

Begrüßung im Büro von Mr. Jatta, in der Mitte Lehrer Ebriama

Normalerweise wäre ich jetzt – im Juni 2020 – gemeinsam mit Karin Neumüller, Vorstand Socialis for the Gambia, vor Ort in Gambia. Wir wollten Mr. Jatta gebührend in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden.
Aber wie so viele andere Herzensangelegenheiten von uns allen, wurde die Reise aufgrund von Corona abgesagt. Wir sind traurig, da die Zeit vor Ort immer etwas ganz besonderes ist. Sobald möglich, werden wir neue Pläne schmieden.

unser Schreiben mit Fotos an Mr. Jatta werde ich sobald möglich per Luftpost versenden

mein Dortmund – Gabenzaun am U

Liebe Gambia Freunde.

Heute berichte ich ausnahmsweise einmal über meine Heimatstadt Dortmund. Menschen in unserer Stadt, denen es gerade jetzt nicht gut geht, würden sich über unsere Unterstützung freuen. Am Dortmunder U gegenüber vom Gast-Haus e. V. gibt es einen Gabenzaun. Hier können Spendentüten für Bedürftige aufgehängt werden.

Ich habe eingekauft und Tüten mit Obst, Saft, gekochten Eiern, Müsliriegeln … gepackt und bin mit sehr gemischten Gefühlen zum Gabenzaun gefahren. Ganz unbegründet, die Menschen halten Abstand, sind dankbar und nicht nur für materielle Dinge sondern auch für eine Unterhaltung.

All das hat einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen und ich werde – soweit möglich – bis zum Ende der Kontaktsperre regelmäßig dort vorbeifahren. Mit Lebensmitteln aber auch um immer mal wieder für Ordnung zu sorgen, wie aufgerissene Tüten entsorgen oder um Kleidungsstücke vom Boden aufzusammeln und wieder am Zaun aufzuhängen.

Besonders erwähnen möchte ich noch die fleißigen Helfer vom Wärmebus der Malteser. Sie fahren diesen Standort täglich um 17.30 Uhr an und geben Suppe und warme Getränke aus.

Gabenzaun Dortmund am U

Helfen auch Sie. Man kann auch mit kleinen Dingen Menschen glücklich machen.
Bleiben Sie gesund, Ihre Heike Hagemann

Kreislaufwirtschaft – Kleider aus der Tonne von Togo

Stellen Sie sich einmal vor, Sie entsorgen ihre Kleidung im Altkleidercontainer und kaufen sie dann erneut in Paris als Vintage Look zurück.

Wir leben im Überfluss und tauschen unsere Kleidung schnell gegen Neues ein. Der Kleiderschrank quillt über und wir bringen die Sachen, die gerade nicht mehr „in“ sind, zum Altkleidercontainer. Viele dieser Kleider aus den Containern landen bei gewerblichen Textilverwertern, wo sie sortiert und je nach Zustand und Qualität unter anderem nach Afrika weiterverkauft und dort auf den Märkten angeboten werden.

Der Designer Amah Ayivi sucht auf dem Markt in Lomé, der Hauptstadt Togos, gezielt nach ausgefallenen, hochwertigen Stücken, um sie dann aufzubereiten und wieder zu verkaufen.

Schauen Sie sich den kurzen ZDF Trailer zum Thema „Second Second Hand“ an.

Beeindruckende Fotos zu diesem Thema finden Sie auf der Seite des Fotografen Andrew Esiebo.

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Wie geht man in der Praxis mit Kleiderspenden um? Während meiner ersten beiden Reisen nach Gambia habe ich gut erhaltene Frauen- und Kinderkleidung zum Verschenken mitgenommen. Aber ist es nicht sinnvoller, dass die Frauen vor Ort in den eigenen Schneiderein einkaufen? Und meiner Meinung nach sehen die Afrikanerinnen in ihren bunten Kleidern einfach auch viel hübscher aus als in europäischer Kleidung.

Dieses Jahr im März habe ich nur gut erhaltene Kinderkleidung mitgenommen. Die Schneiderinnen unserer Schule in Sintet haben sich gefreut und verteilen die Sachen nach Bedarf untereinander.

Gambia, Sintet, März 2019

Es bewegt sich etwas, geht es aufwärts?

Auf meinem Fotoabend „Gambia hautnah“ am 16.8.19 hatte ich u. a. davon berichtet, dass wir während unsere Reise nach Gambia im März 2019 wahrgenommen haben, dass sich Gambia im Vergleich zu 2017 und 2018 langsam verändert. Dies liegt mit Sicherheit auch daran, dass Anfang 2017 der autokratische Präsident Jammeh abgewählt wurde und der Demokrat Barrow das Amt übernahm.

Während unserer Fahrten durch das Land haben wir beobachtet, dass viel gebaut wird. Wir haben uns die im Januar diesen Jahres eröffnete Brücke über den Gambia angeschaut. Es ist die einzige Brücke, die die beiden Landesteile nördlich und südlich des Flusses miteinander verbindet. Der Trans-Gambia Highway, im Nachbarland Senegal als Transgambienne bekannt, ist nun durchgehend befahrbar. Auf meiner Rundreise 2017 hatte ich in Soma Bauschilder und Pfeiler für diese Brücke gesehen.

Baustelle für die Brücke über den Gambia, Ostern 2017
Brücke über den Gambia, März 2019

Aber es müssen nicht immer große Bauwerk sein. Der Honighändler hat seinen kleinen Stand vergrößert und baut sich einen gemauerten Verkaufstresen. Der Tourismus nimmt zu und die Inhaber der AbKa’s Lodge bauen neue kleine Häuschen für weitere Gäste.

Mein Empfinden hat sich nicht getäuscht. Aktuell wird das auf der Website Africa in Data mit Zahlen belegt. Zusammengefasst wird u. a. folgendes dargestellt:
Die gesundheitliche Situation der Menschen verbessert sich, es gibt nicht mehr so viele Malariatote. Viele afrikanische Länder werden von Demokraten regiert. Ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum wird erzielt. Begründet wird dies durch den Zugang zu Bildung – auch in Gambia gibt es eine Universität. Die jungen Menschen sind gut ausgebildet und wollen ihr Land nach vorne bringen. Siehe hierzu auch meinen Beitrag zum Thema Africa Startups.

Auch unser Verein Socialis for the Gambia hat seinen Beitrag geleistet in dem seine Mitglieder, Förderer und Sponsoren aktuell mehr als 600 Kindern eine Schulbildung und fast 70 Jugendlichen eine Ausbildung ermöglichen. In diesem Jahr hat der Verein sein 20jähriges Jubiläum gefeiert und nicht nur in Deutschland, sondern auch vor Ort mit den Menschen in Gambia.

Afrikanische Union bringt „größte Freihandelszone der Welt“ auf den Weg

Die Afrikanische Union (AU) hat sich als Fernziel ein geeintes und wohlhabendes Afrika gesetzt. Hierzu wurde im Jahr 2013 zum 50. Jahrestag die Agenda 2063 aufgestellt. Ein Zukunftsprojekt welches die afrikanischen Völker für ihren Kontinent wollen und nicht die Entwicklungshelfer anderer Länder für Afrika. Es geht um die Umsetzung von vielen verschiedenen Themen wie Modernisierung der Landwirtschaft, Bildung, Klimawandel, Infrastruktur, Frauenrechte, Zugang zu Elektrizität, Gesundheitswesen und so weiter.

Ein Flagship Projekt der Agenda 2063 ist das Abkommen African Continental Free Agreement (AfCFTA). 54 der insgesamt 55 Mitgliedstaaten der AU sind bis Mail 2019 dem AfCFTA beigetreten, nur Eritrea ist nicht dabei.  Ab sofort sollen die Mitgliedsstaaten bestehende Handelshemmnisse, wie z. B. hohe Einfuhrzölle oder bürokratische Hürden abbauen und so den innerafrikanischen Handel ankurbeln. Handelsstreitigkeiten sollen künftig untereinander nach gemeinsamen Regeln geklärt werden.

Ich vermute, dass Volker Seitz, Autor des Buches „Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann“ dieses Abkommen als einen richtigen Schritt in die Zukunft Afrikas ansieht. Durch eine gute Schul- bzw. Ausbildung, kreative Ideen sowie die eigene Vermarktung z. B. der Bodenschätze kann die Unabhängigkeit von anderen Staaten wie China, Amerika oder Europa erreicht werden.

Ein aktuelles Beispiel möchte ich Ihnen gerne nennen. Auf unserer Reise im März 2019 nach Gambia, konnten wir die im Januar eröffnete Brücke über den Gambia bestaunen. Es ist die einzige Brücke, die die beiden Landesteile nördlich und südlich des Flusses miteinander verbindet. Der Trans-Gambia Highway, im Nachbarland Senegal als Transgambienne bekannt, ist nun durchgehend befahrbar und verbindet beide Länder.

lange LKW Schlangen bilden sich vor der Fähre zur Überfahrt über den Gambia, Ostern 2017
Brücke über den Gambia, März 2019, die Stadt Soma liegt im Süden und Farafenni im Norden.