Bericht vom Gambia Nachmittag am 26.08.22

Zum Ende der gambischen Temperaturen in Dortmund haben sich knapp 40 interessierte Vereinsmitglieder, Freunde, Bekannte, und interessierte Mitmenschen zum Gambischen Nachmittag 🇬🇲 im Lebensart Café getroffen. Ich habe von den Eindrücken meiner Reise im März 2022 erzählt und entsprechende Fotos und Filme gezeigt. Den dazugehörigen Reisebericht können Sie in meinem Blogeintrag lesen.

Bevor Sie die Zusammenfassung des Nachmittags lesen, verkünde ich schon einmal vorab, dass Sie alle das Spendenglas gut gefüllt haben. Inklusive einer sehr großzügigen Einzelspende von 200 Euro und mit einer kleinen Aufstockung meinerseits, habe ich 600 Euro an den Verein überwiesen. Herzlichen Dank an Sie alle!

Bericht vom Vorstand: Wie werden Ihre Spenden verwendet?

Thomas März-Kronfeld, unser Finanz Vorstand aus Amberg, hat die weite Anreise nicht gescheut. Er hat uns mit aktuellen Zahlen und Fakten zum Vereinsgeschehen versorgt. Hervorgehoben hat Thomas, dass alle Mitglieder und auch der Vorstand ehrenamtlich arbeiten. Und er hat eine klare Aussage getroffen. Zusätzlich zu den Mitgliedsbeiträgen sind Einnahmen aus Veranstaltungen, wie diese heute, erforderlich. Damit Ausgaben für die Gehälter unserer Angestellten, das kostenlose Mittagessen sowie die medizinische Versorgung für unsere Kinder und auch Instandhaltungen finanziert werden können.

Bericht aus Gambia: Wie ist die Lage vor Ort in Gambia?

Unser Vereinsmitglied Peter lebt mit seiner Frau Christel mehrere Monate im Jahr in Gambia und hat einen erfahrenen und realistischen Blick auf die Dinge vor Ort. Die beiden waren mit ihrem Besuch aus Gambia von Süddeutschland extra nach Dortmund angereist. Unser Nachmittag wurde durch Peters Bericht über die aktuelle Lebenssituation, den Klimawandel und die Auswirkungen der Inflation in Gambia sehr bereichert.

Neue Schulmöbel für unsere Schulkinder

Herr Höhner, Geschäftsführer des Dortmunder Familienunternehmens Murtfeldt GmbH & Co. KG, hat einen Großteil der Finanzierung für neue Schulmöbel der 5ten und 6ten Klassen übernommen. Zusammen mit Geldgeschenken zu meinem letzten runden Geburtstag konnte das Projekt umgesetzt werden. Nach den gambischen Sommerferien werde ich hierüber noch einmal berichten.

Meine Utopie

Und – ich habe mein neues utopisches Thema „Entsorgung“ vorgestellt.

Für uns ist es selbstverständlich, dass der Hausmüll jede Woche abgeholt wird. Wir wissen von Mülltrennung und Wertstoffen. Wir haben bei uns in Deutschland die nötige Infrastruktur und das Know-how unsere Umwelt vor dem Müll und seinen Giften zu schützen. Und wir verwenden Wertstoffe weiter. In Gambia ist das völlig anders.

In Gambia landet Müll oft auf wilden Müllkippen oder wird verbrannt. Dabei wird nicht nur der Boden, auf dem das Gemüse für die Selbstversorgung gezogen wird, belastet. Sondern auch das lebensnotwendige Grundwasser. Nicht zu vergessen, dass neben dem verbrennenden Müll gewohnt wird und die belastete Luft geatmet wird.

Ich wünsche mir für unsere Kinder und Jugendlichen in Gambia ein sauberes, lebenswertes Umfeld. Deshalb möchte ich bei unseren Kindern anfangen, mit Wissensvermittlung, Aktionstagen und anderen Projekten, um den Anfang zu legen für eine bessere Umwelt und ein gesünderes Leben.

Jegliche Unterstützung ihrerseits für mein Vorhaben ist willkommen, melden Sie sich gerne bei mir. 

Einen großen Dank an Sie alle!

Abschließend möchte ich mich bei allen Beteiligen bedanken. Ina Oettinghaus, Lebensart Café, hat uns mit selbst gebackenem Kuchen und Domoda, gambischer Gemüseeintopf mit Erdnusssoße, bewirtet. Anke Filipiak, Leben mit Musik, und Ihr Mann Norbert haben unseren Nachmittag  mit afrikanischer Trommelmusik bereichert.

Einen Dank an die Teilnehmenden meiner Veranstaltung, dass Sie sich Zeit für unsere Themen und meine Ausführungen genommen haben und vielleicht auch gespendet haben.

Einen Dank an Sie, liebe Leserin, lieber Leser, dass Sie meinen Blog lesen.

Meine Botschaft lautet: Hilfe zur Selbsthilfe im eigenen Land. Mit einer Vereinsmitgliedschaft ermöglichen Sie unseren Kindern eine gute Schul- und Ausbildung für ihre Zukunft. Wir freuen uns über jedes neue Vereinsmitglied – der Beitrag kostet nur 10 Euro im Monat.

Für Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Neuigkeiten lesen Sie hier auf meinem Blog.

Herzliche Grüße, Ihre Heike Hagemann

Gambia Reisebericht vom 26.03. – 03.04.2022

Nach langen Vorbereitungen und immer wieder geänderten Corona Einreisebestimmungen hatte ich endlich alle Dokumente zusammen: Impfzertifikat für Belgien und Gambia, Passenger Locator Form für den Transit in Belgien, die elektronische Einreisemeldung für die Rückreise nach Deutschland, Pass, und die Bordkarten. Aktuell gibt es keinen Direktflug von Deutschland, so dauerte meine Anreise von Frankfurt über Brüssel und Dakar nach Banjul 11 Stunden. Unterwegs hatte ich nette Gesellschaft, neben mir saß ein Senegalese, der mir von seiner deutschen und seiner senegalesischen Frau erzählt hat sowie von seinem Business mit gebrauchten Autos, Kühlschränken usw. Mehr recht als schlecht klappt es mit meinem Englisch, wie gut, dass Oumar, so hieß der junge Mann, auch etwas Deutsch verstand. Zum Abschied sagte er mir, falls ich interessante gebrauchte Autos anbieten könne, solle ich mich einfach bei ihm melden.

Nachdem ich dann in Banjul gelandet war und 20 € Sicherheitsgebühr bezahlt hatte, mein Fingerabdruck gescannt und ein digitales Foto von mir erstellt wurde, ich die Impfunterlagen gezeigt sowie endlich mein Gepäck hatte, wurde dies jetzt erst noch einmal kontrolliert. Und dann habe ich es endlich geschafft. Waltraud, meine deutsche Freundin, wartet schon in der Ankunftshalle auf mich. Es war ein herzliches Wiedersehen nach drei Jahren. Und das erste was sie sagt, hier gibt’s kein Corona, nimm Deinen Mundschutz ab. Und den habe ich weder im Hotel noch sonst irgendwo gebraucht, nur zur Besichtigung einer Krankenstation, aber dazu später mehr. Bis ich dann im Hotel alles ausgepackt hatte, war es schon nach Mitternacht und ich habe geschlafen, bis mich das Vogelgezwitscher geweckt hat.

Aufgrund der langen Anreise haben wir für Sonntag einen langen Strandspaziergang geplant. Am Strand habe ich viele neue Holzhütten und auch gemauerte Häuschen gesehen, an denen Getränke verkauft und Strandliegen angeboten werden. Der jeweilige Strandbereich wird sauber gehalten. Je weiter man sich allerdings entfernt, umso mehr Müll insbesondere auch Plastik liegt herum.
Alle hoffen, dass der Tourismus endlich in Gang kommt um wieder eine helfende Einnahmequelle zu haben, denn auch in Gambia ist der Preisanstieg deutlich spürbar.

Brufut Strand – Vitamin Sea

Unterwegs bei einer Pause an solch einer Strandbar treffen wir ein sympathisches holländisches Ehepaar, welches seinen vorzeitigen Ruhestand in einem eigenen Haus in Gambia genießt. Die beiden sind glücklich und zufriedenen mit dieser Lösung. Und ich überlege im Stillen, ob ich noch drei Jahre bis zur Rente warten soll oder vielleicht doch nach 45 Arbeitsjahren vorzeitig den nächsten Lebensabschnitt genießen möchte?

Montag morgens ist es soweit, endlich nach drei Jahren besuche ich unsere Schule in Brufut. Unser Vereinsmanager Mr. Hatab Beyai ist vor Ort und stellt mir unseren neuen Schuldirektor Mr. Oumar Jammeh vor.

Mr. Hatab Beyai, Heike Hagemann, Mr. Oumar Jammeh
Brufut Schule – alles schaut gepflegt aus

Mr. Jammeh unternimmt mit uns einen Rundgang über das Schulgelände sowie durch alle Klassen. Wir schauen den Computerraum, den erweiterten Schulgarten sowie das Kreativhaus an und begrüßen unsere Köchinnen, die mich wieder erkennen und nach meinem Mann fragen.
Heute werden – vor den Osterferien bzw. dem bevorstehenden Ramadan – in allen Klassen Tests geschrieben.

Dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen, Zeit in den Nursery Klassen zu verbringen also bei den 4- bis 6-jährigen Kindern. Wichtig ist, dass die Kleinen in dieser Zeit Englisch lernen damit sie später in der Primary School dem Unterricht folgen können. Denn zuhause wird häufig in einer der vielen einheimischen Sprachen gesprochen, wie zum Beispiel Mandinka. Ein Mitarbeiter in meinem Hotel erzählte mir, dass sein Sohn auf unsere Schule von Socialis for the Gambia geht und dass er zuhause mit ihm Englisch spricht. Das könnte eine Ursache für den unterschiedlichen Bildungsstand der Kinder sein.

Auch bei den Kleinen wurden heute Tests geschrieben. In einer der 1. Klassen wurde gerade der Rechentest verteilt. Hier sollten die Kinder von den Zahlen 1, 2, und 3 eine Verbindungslinie zu Bildern der entsprechenden Anzahl ziehen. Das ist für vierjährige schon recht schwierig und so wurde oftmals ein Radiergummi von der Lehrerin geholt um zu korrigieren.

Brufut – Nursery Rechentest

Die Kinder der zweiten 1. Klasse hatten gerade den Schreibtest erhalten z. B. sollte der Buchstabe ‚a‘ mehrmals untereinander geschrieben werden.

Brufut – Nursery Schreibtest
Brufut – Nursery Kunst Test

In einer der 2. Klasse sollten die Kinder zum Beispiel Formen ausmalen. Hierzu musste die Lehrerin allerdings erst die Buntstifte anspitzen. Wir haben ihr geholfen, die Kinder konnten zügig beginnen und wir waren mittendrin. Immer wieder kamen sie zu uns um stolz ihr Kunstwerk zu zeigen.

In den Klassenräumen sind diverse Abbildungen an den Wänden z. B. mit einem Wort sowie dem entsprechenden Bild dazu.

Und in jedem Klassenzimmer steht ein Kübel mit Wasser, aus dem die Kinder bei Bedarf mit einem Becher schöpfen und trinken dürfen.

Am späten Nachmittag fahren wir zu Waltraud nach Hause. Sie lebt in ihrem eigenen Haus und hat sogar ein kleines Häuschen für ihre Nachtwächterfamilie auf ihrem Grundstück gebaut. Während meiner letzten Reise im März 2019 hatte ich den Rohbau angeschaut und jetzt ist alles fertig.

Im Garten wachsen Bananen, Moringa, Cashews, Zucchini, Papaya usw. Waltraud arbeitet für eine deutsche Firma, die ein Business in Gambia aufbaut und ist mit Alhagy, einem Gambianer, verheiratet.
Sie hat sich extra eine Woche Urlaub genommen, um mir Land und Leute näher zu bringen. Heute Abend haben wir beiden gekocht und später gemeinsam mit Ihrem Mann gegessen.

Am nächsten Morgen geht’s früh lost, wir wollen zu unserem zweiten Vereins Standort nach Sintet fahren und auf dem Rückweg in Bintang den kleinen Femere und seine Mutter Binta besuchen.
Unterwegs nehmen wir einen Feuerwehrmann mit, der einen weiten Weg zu seiner Dienststelle hat.

Ja und wir halten natürlich wieder bei dem Honighändler an. Dort wird schon wieder das nächste Gebäude gebaut. Ich übergebe ihm eine große Packung Wildblumensamen für Wildbienen, den mein Mann von der Deutschen Wildtierstiftung erhalten hatte. Der Imker hat sich riesig gefreut. Und natürlich kaufe ich wieder den intensiv schmeckenden Honig und hoffe wie die letzten Male, dass ich die Flaschen heile nach Hause bekomme.

Honighändler

Wir kommen in ein Gebiet mit vereinzelten Polizeikontrollen d. h. langsam fahren, freundlich grüßen und hoffen, dass man weiterfahren darf. Eine Polizistin lässt uns stoppen, aber Waltraud kennt einen neben ihr stehenden Beamten, spricht ihn an und es gibt ein großes Hallo. Wir steigen aus, gehen in sein kleines Büro und die beiden haben einiges zu erzählen.

In Sintet angekommen, werden wir herzlich empfangen. Lamin, unser Landwirtschaftslehrer, zeigt uns stolz die Pflanzungen. Im Außenbereich hat er größere Pflanzen u. a. Bananenstauden als Windschutz gepflanzt. Das Gelände wird mittlerweile als Women Garden genutzt, d. h. die Frauen der umliegenden Dörfer bauen hier ihr Gemüse an. Die Schulkinder kommen nachmittags, um mit dem Brunnenwasser die Pflanzen zu bewässern.

Sintet – Womengarden
Sintet – Schulkinder am Brunnen

Hinter der Mauer unseres Grundstücks steht ein wunderschöner, großer, stolzer Silktree, die weißen Büschel Baumwolle fliegen wie Schnee durch die Luft. Waltraud würde dieses Material gerne mit einer Spinnmaschine weiterverarbeiten.

Sintet – Silktree, Lamin und Waltraud

Kaddy, die Schneiderlehrerin, zeigt uns den Raum mit den Nähmaschinen. Ein Schneiderschüler ist fleißig an seiner Maschine. Die Schülerinnen kommen erst nachmittags, da sie erst ihre Familien versorgen und kochen müssen.

Sintet Schneiderei – Lehrerin Kaddy

Am frühen Nachmittag fahren wir zurück und werden einen Stopp in Bintang machen. Ich bin so gespannt, ob wir Binta und ihren Sohn Femere antreffen. 2017 hatte ich die beiden auf meiner ersten Gambia Rundreise kennen gelernt und 2018 sowie 2019 besucht. Drei lange Jahre sind vergangen. Treffen wir die beiden ohne Voranmeldung an? 

Unglaublich, Binta sieht und erkennt mich sofort, ihre Augen strahlen, unterhalten können wir uns nicht, da ich ihre Sprache nicht spreche – wir verstehen uns auch ohne Worte. Sie holt sofort ihren Sohn Femere. Ich hatte für den Kleinen ein Bilderbuch mit Abbildungen und den entsprechenden englischen Begriffen mitgebracht.

Bintang – Besuch im Dorf bei Binta und Femere

Binta hat mich in ihren kleinen Schlafraum mitgenommen und unter der Matratze alle Fotos, die ich ihr jeweils bei meinen Besuchen geschenkt hatte, hervorgeholt. Ich war sehr gerührt, dass sie die alle aufbewahrt hatte. Und dann hat sie mir einen traditionellen Mandinka Stoff als Geschenk übergeben.

Traditioneller Mandinka Stoff
die alten Fotos von 2017,2018,2019

An dem kleinen Verkaufsstand habe ich Femere noch einen neuen Ball gekauft, er ist so schnell ganz stolz damit zurückgerannt, dass ich kaum noch ein Foto machen konnte. Dann heißt es Abschied nehmen damit wir noch im Hellen zurück fahren können.

Femere mit seinem neuen Ball
Abschied von Binta und Femere

Der Rückweg zog sich lang hin. Zwischendurch hatte uns noch eine Polizeisperre angewiesen, drei Schülerinnen mitzunehmen. Insgesamt waren wir heute ca. 300 km unterwegs. Müde und mit vielen neuen Eindrücken bin ich dann abends im Hotel angekommen.

Am Mittwoch haben wir uns mit Hatab und den Amberger Vereinsmitgliedern Otto und Theresia Finger sowie ihrer Tochter am Skillcenter in Brufut getroffen. Awa, unsere Organisatorin vom Skillcenter, hat uns herumgeführt. 

Treffen am Skillcenter in Brufut
Brufut Skillcenter – in der Schneiderei werden zur Zeit Taschen genäht
Brufut Skillcenter – die Friseurinnen haben aufwändige Flechtfrisuren und ihr Können beim Schminken von Gesichtern gezeigt
Brufut Skillcenter – das Praktikantenhaus wartet auf neue, interessierte, junge Menschen, die einmal ein halbes Jahr in Gambia hospitieren möchten
Brufut Skillcenter – Awa zeigt uns den zur Straße geöffneten Shop

Anschließend gehe ich gemeinsam mit Waltraud zum Brufut Health Center. Ich habe Glück, eine freundliche Mitarbeiterin nimmt sich die Zeit uns alles zu zeigen. Die Station wurde wohl vor kurzem mit Mitteln von Holländern und Belgiern frisch renoviert. Für Menschen, die nicht gut lesen können, wird viel in Bildsprache dargestellt und es wurden informative Poster aufgehängt.

Brufut – Health Center
Brufut – Health Center Wartebereich
Brufut Health Center – Information zur Polio Impfung

Abends hatte ich Hatab zum Essen eingeladen. Nach langen drei Jahren gab es so viel zu erzählen. Persönliches, sowie Vereinsthemen und wir haben uns auch über die eine oder andere meiner Beobachtungen in Gambia unterhalten. Zwei Stunden alles in Englisch.

Unglaublich, Donnerstag bin ich aufgewacht und meine englisch geträumt zu haben.
Heute fahren wir zu Mama Africa. Isha Fofana hat hier auf einem großen Gelände ein wunderschönes Art Center aufgebaut. Wir spazieren durch einen blühenden Garten und schauen uns anschließend die umfangreiche Kunstsammlung im Innenbereich an, leider dürfen wir hier keine Fotos machen.

Eingangsbereich – das Tor mit wunderschönen Verzierungen

Und wir besuchen das dazugehörige Gesundheitsgebäude. Auf der Website von Mama Africa gibt es den Verweis auf die Kooperation zu einem schweizerischen Projekt Kendeyaa* – Natural Health Care & Education, The Gambia von HMSwiss. Interessierte junge Menschen werden zu Homöopath*innen ausgebildet um anschließend praktisch im Ambulatorium (tägliche Sprechstunden) zu arbeiten oder mit sogenannten Mobile Clinics auf Anfrage verschiedene Dörfer und Quartiere besuchen um die Leute vor Ort ambulant zu behandeln.

Waltraud hat eine Frage bzgl. eines Hautproblems und erhält ohne Termin eine Beratung sowie Globuli und einen Folgetermin – bisher kostenlos.

Schrank mit Globuli

Vor der Weiterfahrt sehe ich von Weitem zwei Windräder, es sind bewusst die ersten, die ich in Gambia gesehen habe.

Zwei Windräder in der Nähe von Tanji

Auf dem Rückweg halten wir in dem Fischerstädtchen Tanji. Hier stinkt es extrem unangenehm nach Fisch. Wir gehen über den Markt und laufen bis runter zum Strand, wo Menschen mit Schubkarren auf die Rückkehr der Fischerboote warten. Ich habe hohen Respekt vor den Menschen, die hier leben, unter welchen Umständen sie versuchen ihren Lebensunterhalt zu sichern. Unsere Welt ist im Ungleichgewicht – schwarz oder weiß und reich oder arm – aber die Verteilung ist definitiv kaputt.

Tanji – warten auf den Fisch

Bevor es heim geht, freuen wir uns auf einen Besuch bei Peter und seiner Familie in der Nähe des bird watching points in Brufut. Sie sind auch Vereinsmitglieder von Socialis for the Gambia. Gemeinsam mit einem sympathischem jungen Gambischen Ehepaar haben sie ein Haus gebaut, autark mit Solaranlage und Brunnen, und wohnen dort gemeinsam. Wir wurden herzlich empfangen und bewirtet. Es gab zu so vielen Themen rund um den Verein und Gambia einen intensiven Gedankenaustausch, sodass der Nachmittag viel zu schnell verging.

Blue Kitchen – Bäcker Peter

Freitag morgens halten wir auf dem Weg nach Serekunda an dem Projekt Blue Kitchen an. Es gibt einen Women Garden, ein Restaurant und eine Bäckerei. Waltraud erzählte mir, dass die Ausbildungsstellen hier früher sehr begehrt waren, aber zurzeit wohl nicht angeboten werden. Für unterwegs kaufen wir uns ein kleines Brot bei Bäcker Peter, es schmeckt wie in Deutschland!

Serekunda

Der anschließende Rundgang in Serekunda hat alle meine Sinne extrem gefordert. Es war hektisch, laut, schwülwarm, viele Menschen und Autos sind unterwegs, der Weg war uneben und mal Sand mal Stein – mein oberstes Ziel war, bloß Waltraud nicht aus den Augen verlieren und auch nicht mein Mobile, denn darauf sind Impfpass und Flugdaten für die Heimreise.

Abends laden mich Waltraud und Alhagy zu ihrem Hochzeitstag zum Essen ein. Es war ein netter Abend mit Gesprächen über das Leben in Deutschland sowie in Gambia.

Und von unseren Plätzen aus konnten wir das bunte Straßengeschehen sowie live einen Straßenkünstler oder auch Musikgruppen miterleben, die sich ein paar Dalasi verdienen wollten.

Senegambia Strip, Pizzeria Paradiso

Abschließend möchte ich Euch auch noch einige Beobachtungen von Land und Leuten mitteilen. Gambia hat sich in den letzten drei Jahren verändert. Der Flughafen wurde modernisiert, sodass Ein- und Ausreise angenehmer ablaufen und es gibt einen Duty Free Shop sowie eine hübsche Bar. Die Hauptstraße von und zum Flughafen wird verbreitert auf 3 Spuren je Richtung. Waltraud hat mir erzählt, dass ein Bulldozer links und rechts alles frei gemacht hat inklusive eines Balkons der zu weit überstand, der fehlt jetzt einfach an dem Haus. Und es sind so viel mehr Autos auf den Straßen, oft größere und auch neuere, mein Sitznachbar vom Hinflug wird gut daran verdienen. Viele neue Gebäude sind entstanden oder noch im Bau. Und wenn dann mal LKW’s mit Sand beladen vor uns herfahren, ist unserAuto samt Insassen gelb gepudert.

Die Arbeiten haben begonnen, diese Straße wird auf 6 Spuren verbreitert.
Unterwegs mit einer lebenden Ziege auf dem Dach.
Eine alte Bäckerei, der Brötchenofen steht draußen.
Neubau
Kühe am Straßenrand
Gemüsestand mit einer großartigen Auswahl direkt an der Straße.

Und dann war er da, der Abschied. Ich war doch gerade erst angekommen, mein Englisch ging mir einfacher von den Lippen und nun geht’s Samstag nachmittags schon wieder zum Flughafen. Ich bedanke mich bei all den lieben Menschen, insbesondere bei Waltraud und Hatab, die mir unermüdlich meine vielen Fragen beantwortet und meine Reise unvergesslich gemacht haben. Denn mit vielen wunderschönen Momenten, Inspirationen und neuen Gedanken für meine nächste Reise weiß ich schon heute: Gambia, ich komme wieder!

Auf dem Rückflug hatte ich wieder einen netten Sitznachbarn, ein junger Gambianer, der zwei Wochen Urlaub bei seiner Freundin in seiner Heimat gemacht hatte und jetzt zurück nach Heidelberg musste. Dort arbeitet er als Kindergärtner. Ich hatte ihm von unserem Verein erzählt und so hatten wir ein für beide Seiten interessantes Gesprächsthema auf Englisch.

Kalender liegen im Lebensart Café bereit

Liebe Leser meines Blogs.

Seit 2017 unterstützt das Lebensart Café in Dortmund den Verein Socialis for the Gambia. Viele Gäste des Cafés haben meine Foto-Vorträge über das Leben im westafrikanischen Gambia und die Arbeit des Vereins in den letzten Jahren hier live verfolgt. 

Aufgrund der angespannten Corona Situation ist eine Live-Veranstaltung zur Zeit leider nicht möglich. Überbrücken Sie die Zeit, bis es im nächsten Jahr mit neuen Fotos und Berichten von mir weitergeht und nehmen sich gerne einen kostenlosen Gambia Kalender vom Lebensart Café mit nach Hause. 

Natürlich würde ich mich über eine freiwillige kleine Spende freuen, unser Gambia Sparhäuschen steht direkt auf dem Tresen im Café.

Aushang im Lebensart Café Dortmund, Kalender von Socialis for the Gambia liegen aus

Die weitesten Reisen unternimmt man mit dem Kopf

Liebe Gambia Freunde/innen.

Lang’ ist es her, im Frühjahr 2019 war ich zuletzt vor Ort in Gambia. Aber die aktuelle Entwicklung der sinkenden Corona Zahlen lässt hoffen, dass es bald auch wieder mit einer Reise nach Gambia zu unserer Schule in Brufut klappen könnte.

Bis es soweit ist, habe ich das Buch „Gambia – ein Blick auf Afrika“ von Sabine Läufer gelesen oder besser ausgedrückt verschlungen. Nachdem ich die Zusammenfassung des Buchumschlages gelesen hatte, war ich neugierig und nach den ersten Seiten wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Sabine Läufer war im Jahr 2012 für mehrere Monate ehrenamtlich  in Brufut an unserer Schule um Französisch und Englisch zu unterrichten. Gewohnt hat sie in unserem Praktikantenhaus. Sie hat ihre Erlebnisse und persönliche Erfahrungen aus dem täglichen Leben  in einzelnen Geschichten erzählt, so wie ich es nach meinen Reisen zu den anschließenden Fotoabenden auch intuitiv gemacht hatte. Beim Lesen waren viele meiner eigenen Erfahrungen wieder existent und meine Gedanken waren im 5.000 km entfernten Gambia. Ich war mittendrin in unserer Schule, bei den Kindern im Kreativbungalow, habe die Trommeln gehört und auch die Berichte vom Leben im Praktikantenhaus sowie aus Sintet sind lebensnah beschrieben. Sabine Läufer nimmt aber auch kein Blatt vor den Mund, sie schreibt offen über die Situation der Frauen, das marode Gesundheitssystem oder auch über die unberechenbaren Stromausfälle.

Bis es hoffentlich bald wieder nach Gambia geht, werde ich immer mal wieder meine Fotos anschauen und so gut wie möglich virtuell Kontakte / Verbindungen aufrecht erhalten.

Gambia – Ein Blick auf Afrika, Sabine Läufer
ISBN 978-3-947334-40-7

Headmaster Mr. Jatta geht in den wohlverdienten Ruhestand

2017, während meiner ersten Reise nach Gambia habe ich Mr. Jatta, den Headmaster unserer Schule in Brufut von Socialis for the Gambia, kennen gelernt. Die Teilnehmer meiner Fotoabende im Lebensart Café Dortmund werden sich vielleicht an meine Berichte oder das eine oder andere Foto erinnern.

Gruppenfoto Reisegruppe und Team vor Ort in Brufut

Meine zweite Reise 2018 habe ich gemeinsam mit meinem Ehemann Karsten Schulz und einem großen Sponsor des Vereins Marcus Zamecnik, compustore group, unternommen. Wir hatten für die Kinder einen großen Karton mit Federballspielen mitgenommen, den wir vom Hotel zur Schule getragen und Mr. Jatta bei unserer Begrüßung in seinem Büro übergeben haben.

im Büro von Mr. Jatta, Brufut

Da wir ja nur drei Besucher vor Ort waren, konnten wir die Zeit mit Mr. Jatta intensiv genießen. Er hat mit uns die verschiedenen Klassenräume besucht und uns auf dem Gelände herumgeführt. Besonders stolz ist er auch auf den Schulgarten. Das geerntete Gemüse wird direkt in der Schulküche für das Mittagessen der Kinder verarbeitet.

Besichtigung des Schulgartens, Brufut

Im Jahr 2019 war ich erneut vor Ort in Gambia. Ich kann mich noch gut an die Begrüßung in der Schule erinnern. Die Augen von Mr. Jatta haben mit der Sonne um die Wette gestrahlt.

Begrüßung im Büro von Mr. Jatta, in der Mitte Lehrer Ebriama

Normalerweise wäre ich jetzt – im Juni 2020 – gemeinsam mit Karin Neumüller, Vorstand Socialis for the Gambia, vor Ort in Gambia. Wir wollten Mr. Jatta gebührend in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden.
Aber wie so viele andere Herzensangelegenheiten von uns allen, wurde die Reise aufgrund von Corona abgesagt. Wir sind traurig, da die Zeit vor Ort immer etwas ganz besonderes ist. Sobald möglich, werden wir neue Pläne schmieden.

unser Schreiben mit Fotos an Mr. Jatta werde ich sobald möglich per Luftpost versenden

Honig aus Gambia

Während unserer Reise im März 2019 haben wir einen Honighändler besucht und dort eingekauft. Die Flaschen mit Honig haben die Rückreise im Koffer gut überstanden. Zuhause haben wir damit kleine Gläser befüllt und am 3. Fotoabend Gambia“hautnah“ gegen eine Spende abgegeben. Wir hoffen, er hat allen gut geschmeckt?

Nachfolgend eine Information zu dem Honig:

National Beekeepers Association Gambia (NBAG) ist eine gemeinnützige Organisation, die sich der Förderung der Bienenzucht zur Herstellung von 100% reinem gambischem Honig und Bienenwachscreme widmet. 

Der Verband der Imker setzt sich dafür ein, die Lebensgrundlage der ländlichen Gemeinden zu verbessern, indem er Kleinbauern in der Bienenstockpflege schult und unterstützt und sie dabei unterstützt, produktiver zu werden. 

Sobald der Honig produziert ist, wird er an die NBAG verkauft, die einen Preis zahlt, der den internationalen Preisrichtlinien des Fairen Handels entspricht.

  • Natürlich => Unsere Bienen wählen die Farbe des Honigs und die Textur aus den lokalen Wildblumensorten, die sie ernähren.
  • Nährstoffe => 100 % natürlicher Zucker (hauptsächlich Fructose und Glucose).  18 % Wasser, je weniger Wassergehalt der Honig hat, desto besser ist die Qualität. 2 % Mineralien, Vitamine, Pollen und Eiweiß.
  • der gesundheitliche Nutzen => Immunitätsverstärker + Energieverstärke+ antimykotisch + beruhigt kleinere Verbrennungen + Schlafhilfe + beruhigt Halsschmerzen + fördert das Wachstum von nützlichen Bakterien + Feuchtigkeitscreme für die Haut
Banjul Area (Brikama Highway, between Brikama & Farato)

Gambiareise März 2019

Nachdem ich 2017 das erste Mal mit einer Reisegruppe des Vereins in Gambia war, 2018 mit meinem Mann Karsten Schulz sowie einem der beiden großen Sponsoren des Vereins Marcus Zamecnik, habe ich mich dieses Jahr erneut mit meinem Mann für eine Woche auf den Weg gemacht. Dieses Mal war zur gleichen Zeit einige Tage der zweite große Sponsor Werner Engelhardt vor Ort. So ergab sich die Gelegenheit, dass eine oder andere Thema direkt vor Ort zu erörtern.

Gerne möchten wir SIE wieder mit unserem Bericht infizieren und haben deshalb einige der letzten Themen erneut vor Ort verfolgt und unsere ganz persönlichen Eindrücke und Erlebnisse zusammengefasst.

Am Sonntag haben wir unsere Freundin Waltraud zuhause in Ihrer Wohnung besucht. Sie ist seit letztem Herbst vor Ort und unterstützt überwiegend das Landwirtschafts-projekt und die Schneidereien.

In ihrer Wohnung gab es früher eine Verbindungstür zu einer weiteren Wohnung auf dieser Etage damit damals der Ehemann jeweils immer seine beiden Frauen einfach besuchen konnte. Eine interessante Lösung!

Anschließend habe ich Waltraud zu der Werkstatt ihres Vertrauens begleitet. Sie hatte einen Termin vereinbart, es sollte am Auto nur eine Kleinigkeit erledigt werden. Das Ganze hat dann mehr als drei Stunden gedauert und ich hatte mir einen ersten Sonnenbrand geholt.

Montag Morgen haben wir unsere Schule Sannehmentereng in Brufut besucht. Zuerst haben wir den Headmaster Mr. Jatta begrüßt und einen großen Leinenbeutel mit aus Deutschland gespendeten Sporttrikots und Sportschuhen übergeben. Gemeinsam haben wir einen Rundgang durch die Klassen und über das Gelände gemacht.

Mit den neuen Notebooks, gespendet von Marcus Zamecnik, wird fleissig gearbeitet.

In der Pause strömen alle Kinder aus den Klassen.

Unsere Köchinnen waren fleißig und haben für alle ein Mittagessen gekocht.

Im Skillcenter in Brufut wird fleißig genäht, geschreinert und frisiert. Der Schneider- und Friseurshop sind zur Zeit nicht in Betrieb. An einem Konzept für die Zukunft wird gearbeitet.

Die beiden neuen Toiletten, die von Ingenieuren von Technik ohne Grenzen e. V. gebaut werden, sind fast fertig.

Am Dienstag haben wir unsere zweitägige Rundreise gestartet. Unterwegs haben wir einen Imker besucht und Honig gekauft, den wir gerne zum Verkosten zum nächsten Fotoabend bereitstellen. Wir haben das Dorf Bintang wieder besucht und Mutter Binta hat uns wiedererkannt, ihr Sohn Femere ist mittlerweile ein energisches kleines Kerlchen.
Zum nächsten Fotoabend können Sie sich gerne davon überzeugen.

mit Binta und Femere in Bintang

Nach einer Mangroventour und einem leckeren Abendessen in der ABKA’s Lodge haben wir uns mit unserer Unterkunft angefreundet.

An meinem ersten Fotoabend in 2017 hatte ich von einer interessanten Fährüberfahrt über den Gambia River berichtet und erzählt, dass eine Brücke in Bau ist. Diese Brücke ist inzwischen fertiggestellt und wir haben sie uns angeschaut. Ein beachtliches Bauwerk welches allerdings auch die sozialen und ökonomischen Strukturen vor Ort verändert.

Auf dem Rückweg sind wir dann an unserer Landwirtschafts- und Schneiderschule in Sintet vorbeigefahren. Die beiden Trockentoiletten sind noch nicht ganz fertig. Es ist wahrlich ein richtiger „Thron“ geworden.

Die Planzen wachsen und gedeihen unter der täglichen Pflege der Gärtnerschüler. Der Lehrer Lamin zeigt einen Karton mit Auberginen, die für den Verkauf auf dem Markt geerntet wurden.

Und wir haben Ebriama, Lehrer an unserer Schule in Brufut, wiedergetroffen. Er hat uns 7.000 Steine für sein zukünftiges Haus gezeigt. Sie sind sicher auf einem Army Grundstück an dem Haus seines Bruder gelagert. Sobald er sein Grundstück abbezahlt hat, kann es mit der Bauerei losgehen.

Wie diese Steine hergestellt werden, zeige ich Ihnen auf dem nächsten Fotoabend.

Natürlich haben wir zwischendruch auch mal unsere Seele baumeln lassen. Auf einem Strandspaziergang haben wir einige Geier angetroffen, die eine tote Ziege verspeisen.

Samstag vor der Heimreise habe ich mir mit Waltraud das Projekt MyFarm angeschaut welches von einer Norwegerin ins Leben gerufen wurde. Mit viel Liebe zum Detail gibt es lehrreiches zu erforschen u. a. einen Solar Oven, Trocknung von Zitronengras und Kochen mit Sonnenenergie. Diverse Produkte wie Seife, Öl und Tee werden zum Verkauf hergestellt.

Auf dem Weg zum Flughafen haben wir dann noch hinter einer Demonstration im Stau gestanden.

Meine persönliche Bitte, mit jeder noch so kleinen Spende unterstützen Sie das Bildungsniveau der neuen Generation und tragen somit zur Verbesserung der Lebensqualität und Selbständigkeit der Menschen in Gambia bei.

In diesem Sinne, herzliche Grüße aus Dortmund, Ihre Heike Hagemann


Gambiareise März 2018

Nachdem ich immer wieder mit leuchtenden Augen von der Gruppenreise Ostern 2017 erzählt habe, waren mein Mann Karsten Schulz und ein großer Sponsor des Vereins, Marcus Zamecnik, neugierig und wollten die Einrichtungen von Socialis for the Gambia selber vor Ort erkunden.

Gerne möchten wir mit unserem Bericht auch SIE infizieren und haben deshalb unsere ganz persönlichen Eindrücke und Erlebnisse zusammengefasst. 

Direkt am Montag Morgen haben wir uns zu Fuß, mit einem Karton Federballspiele für die Kinder, auf den Weg gemacht zu unserer Schule Sannehmentereng und wurden herzlich  von Mr. Jatta, dem Headmaster der Schule, begrüßt.

auf dem Weg zur Schule in Brufut
Brufut, im Büro des Headmasters Mr. Jatta

Die Kinder dürfen heute für das am Donnerstag stattfindende Sportfest trainieren.  

Brufut, Schule, Sportplatz

Im Computerraum hatte die zur Zeit vor Ort tätige BWL Studentin Theresia mit einem Techniker die Computer durchgesehen und neu aufgebaut.

Brufut, Schule, PC-Raum

Wir haben den neu angelegten Schulgarten bewundert.

Brufut, Schulgarten

Im Kreativhaus hat Waltraud Haid einen Tisch für eine erste Wunderversorgung aufgebaut.

Brufut, Kreativhaus

Dienstag haben wir unser Skillcenter besucht und ich kann berichten, dass es hier jetzt ganz anders aussieht als im letzten Jahr. Die Friseurinnen haben nun einen Zugang zur Straße und auch die Schneiderinnen werden ihren Verkaufsraum fertig stellen, eine Umkleidekabine ist in Vorbereitung und ein Verkaufstresen steht auch schon bereit.

Brufut, Skillcenter
Brufut, Skillcenter, Schneiderei

Die dringend benötigte Solaranlage – finanziert von Sponsoren – wird im April eingebaut.

Wir haben uns sehr über die Einladung unseres Lehrers Ebriama Jallow zu sich nach Hause gefreut. Wir durften alles anschauen und seine Lebenssituation live miterleben. Zwei kleine Zimmer für 5 Personen, gekocht wird draußen. Trotz der wenigen Mittel plant er sein Leben indem er u. a. für ein eigenes Grundstück zahlt. Er kann stolz auf sich und seine Familie sein.

Brufut, zuhause bei unserem Lehrer Ebriama

Hatab Beyai, unser Manager vor Ort und Waltraud Haid nehmen uns Mittwoch mit nach Sintet zu unserer Landwirtschaftsschule. Die Autofahrt ist für die beiden  Neulinge Karsten und Marcus schon spannend, am Straßenrand wird verkauft, gegrillt, es fahren Esel- und Pferdekarren, oft sehen wir sehr alte LKW’s die liegen geblieben sind, Autoreifen werden einfach neben der Straße verbrannt.

Sintet, Landwirtschaftsschule

Im orangenen Shirt sehen Sie unseren Landwirtschaftslehrer Lamin Jammeh.  

Sintet, Landwirtschaftsschule, Gruppenfoto mit Mitarbeitern und dem Lehrer Lamin

Eins der Ostern 2017 zur Eröffnung gepflanzten Bäumchen ist mittlerweile gut gewachsen.

Die erste Ernte ist leider aufgrund Wassermangel nicht so gut ausgefallen. Aber sobald das Bohrloch vertieft ist, und die Felder wieder gerodet und gedüngt wurden, kann neu gepflanzt werden. Ich wünsche dem Projekt gutes gelingen!

Seit der Rundreise Ostern 2017 musste ich oft an unseren Besuch im Dorf Bintang denken. Auf dem Rückweg hat Hatab Beyai auf meinen Wunsch dort angehalten und mir persönlich damit eine große Freude bereitet.

Dorf Bintang
Dorf Bintang, Mutter Binta und Sohn Femere

Donnerstag haben wir uns dann wieder auf den Weg zur Schule gemacht um das 11. Interhouse competition Sportfest mitzuerleben. Die Kinder inklusive der Lehrlinge vom Skillcenter waren in vier Gruppen (blau, rot, grün, gelb) aufgeteilt. Für Eierlaufen, Sackrennen, Staffellauf, Wasser tragen, Bälle aufsammeln und diverse kurze sowie lange Strecken gab es jeweils nach Einlauf Punkte, die an einer Tafel dokumentiert wurden.           

Brufut, Sportfest in der Schule
Burut, Sportfest in der Schule – die blaue Gruppe vom Lehrer Ebriama
Brufut, Sportfest, Hatab Beyai holt seine Tochter von einem Zieleinlauf ab
Brufut, Sportfest, Pause mit Musik und Tanz

Samstag Morgen sind wir dann mit dem Headmaster Mr. Jatta, Waltraud Haid, den Praktikantinnen Sarah und Nyara, der Studentin Theresia, der Lehrerin Lisa sowie Köchinnen und Lehrern und natürlich 20 Kindern zum Independence Day der West Coast zum Nurserytreffen gefahren. Auf dem Dach des Busses waren Brennholz, Kochtöpfe, Stühle usw. verstaut.

die Feuerstelle wird eingerichtet und das Essen gekocht

132 Schulen waren wir Ort und haben sich dort unter Begleitung eines Blasorchesters präsentiert.  Dieses Fest mussten wir dann leider eher verlassen da wir heute Abend wieder heim fliegen. 

Meine persönliche Bitte, mit jeder noch so kleinen Spende unterstützen Sie das Bildungsniveau der neuen Generation und tragen somit zur Verbesserung der Lebensqualität und Selbständigkeit der Menschen in Gambia bei.

Rundreise Ostern 2017

Im Vorfeld hatte ich mir viele Gedanken gemacht z. B. zu den Themen Moskitonetz, Moskitospray, Schlafsack, Sonnenenergieladegerät für mein Telefon, welche Kleidung oder auch Geschenke nehme ich mit.

Mein Ehemann Karsten Schulz hat mich zum Flughafen Zaventem nach Brüssel gefahren und nach dem check in war ich dann alleine und mir war schon ein wenig mulmig denn die restliche Gruppe flog von München nach Brüssel. Wir haben uns erst beim Einstieg in den Flieger nach Banjul getroffen. Auf dem Flug gab es dann genügend Zeit für ein erstes kennen lernen.

Am Kofferband in Banjul war es eng und heiß, meine Koffer kamen zuletzt. In diesem ganzen Durcheinander musste ich mein Gepäck dann noch hoch auf einen Tisch heben zum Durchleuchten und später meine Kofferabschnitte vom check in von Brüssel zeigen, dann wurde nochmals mein Pass kontrolliert. Und auf einmal stehe ich ganz alleine zwischen all den schwarzen Menschen, denn meine Gruppe ist schon im Bus und wäre fast ohne mich gefahren.

Es ist schon dunkel und während der Fahrt zum Hotel bin ich nachdenklich. Links und rechts staubiger, sandiger Boden. Es herrscht ein buntes Durcheinander, viele Menschen sind auf den Straßen, es wird an Autos geschraubt, alles mögliche wird verkauft: Holzkohle, Fleisch, Obst, Saft. So viel Armut, wo soll die Hilfe hier anfangen, lohnt das überhaupt? Wir erreichen unser Hotel Coral Beach. Ich tausche noch Geld, verzichte auf ein Abendessen und falle müde in mein Bett.

Am Palmsonntag besuchen wir morgens einen Gottesdienst. In der Kirche herrscht ein fröhliches Miteinander. Man übergibt uns direkt ein Gesangbuch mit aufgeschlagener Seite zum Mitsingen. Es herrscht eine wunderbare, fröhliche Stimmung, ein Gospelchor singt. Wir werden direkt zum Abendmahl eingeladen. Vor der Kirche gab es anschließend ein fröhliches „get together“.

Palmsonntag, Banjul St. Mary’s Cathedral – get together vor der Kirche

Wir fahren weiter zum Albert Market. Für den Verein werden einige Holzschnitzereien eingekauft, die auf den Weihnachtsmärkten gegen eine Spende abgegeben werden. Und wir kaufen Stoff, unsere Schneiderei vor Ort näht uns Kleidung für die Einweihungsfeier der Landwirtschaftsschule in Sintet. Abends fahren wir zum Essen in’s Touristenviertel.

Montags Morgens gehen wir zu Fuß zu unserer Schule in Brufut. Dort findet heute eine große Welcome Feier für uns statt. Wir hören die Kinder schon von weitem, es stehen mehr al 600 von ihnen sowie ca. 30 Lehrer, Köchinnen und Nachtwächter am Schultor Spalier und singen „Welcome, welcome in your school …“. Das war ein sehr bewegender Moment für uns alle.

auf dem Weg zur Schule in Brufut
in netter Begleitung
so schaut das Tor zur Schule normalerweise aus … aber heute ist alles anders
Socialis for the Gambia, Brufut – Begrüßung am Tor

Ein tolles Programm wird uns geboten. Trommelmusik, Tanz, Gesang, Schülerinnen beten und singen für uns. Die Kinder fassen Vertrauen, fragen nach meinem Namen, nehmen meine Arme und reiben an meiner Haut – aber es färbt nichts ab.

die Köchinnen tanzen für uns
nach wie vor mein Lieblingsfoto von der Schule in Brufut

Wir gehen in die verschiedenen Klassenräume, schauen uns den Computerraum, den Kreativbungalow und den Gemüsegarten an. Auf einmal sehe ich auf dem Schulhof jemanden mit einem „Lifehacker Shirt“. Mein Mann hatte Ende 2013 einen Karton dieser Shirts gespendet. Ich erzähle dem jungen Mann davon, er fällt mir um den Hals und bedankt sich. Es ist der Lehrer Ebriama und Sie werden später noch öfter von ihm lesen.

Brufut, Schulklasse
Brufut, Schulgarten

Weiter geht es zu unserem Skillcenter in Brufut. An diesem Standort gibt es Friseur-, Schneider- und Schreinerauzubildende sowie unser Praktikantenhaus. Am Abend haben wir die Angestellten des Vereins zum gemeinsamen Abendessen eingeladen.

Brufut, Skillcenter Schreinerei
Brufut , Gruppenfoto Reiseteilnehmer und Mitarbeiter vor Ort

Am nächsten Morgen beginnt unsere Rundreise mit unserem Reiseleiter Ibrahim. Wir wandern durch den Abuko Nature Reserve, dort gibt es grüne Meerkatzen, ein Auffanglager für Hyänen usw. Wir halten in Brikama, machen einen Bummel über den Holzmarkt und schauen uns den Markt für Ziegen an. Zum Mittagessen fahren wir zum Makasutu Base Camp, es liegt direkt am Gambia River. Unterwegs sehen wir die ersten Cashewbäume.

Brikama, Ziegenmarkt
Cashewbaum
Makasutu Base Camp

Total verschwitzt von Sonnenmilch und Mückenschutz erreichen wir unser erstes Camp Bintang Bolong, wo wir heute übernachten. Die Hütten stehen auf Stelzen im Wasser, die Holzplanken wackeln und es gibt undefinierbare Geräusche von allen Seiten u. a. von den Schlammspringern. Für die Spülung der Toilette gibt es einen Eimer mit Wasser, aus der Dusche kommt kein Wasser, einen Spiegel gibt es nicht. Nach dem Essen abends im Dunkeln krieche ich mit meiner Taschenlampe in meinen eigenen Schlafsack. Von weitem höre ich Trommeln.

der Weg zu den Hütten
Bintang Bolong Camp, idyllisch gelegen
unser Doppelzimmer
unser Bad
Bintang Bolong Camp, Frühstück

Wir genießen ein leckeres Frühstück in einer wunderschönen Umgebung direkt am Flußufer. Anschließend erhalten wir Besuch von Frauen aus dem naheliegenden Dorf Bintang. Wir übergeben ihnen einige Kartons mit diversen Spenden und werden dafür in ihr Dorf eingeladen. Zu Fuß machen wir uns auf den Weg.

die Frauen vom Dorf Bintang nehmen Kartons mit diversen Spenden mit
auf dem Weg in das Dorf Bintang
im Dorf Bintang an der Wasserstelle
im Dorf Bintang besuchen wir einen compound, hier die Kochstelle

Weiterfahrt zu unserer nächsten Station. In der Tendaba Lodge gibt es eine funktionierende Dusche und zeitweise auch Strom. Wir machen eine Mangroventour und besuchen von hier aus unseren Standort in Sintet.

Tendaba Lodge
Mangroventour, Schlangenkopfvogel – und wir sehen auch u. a. Kormorane, Bienenfresser, Eisvögel, Reiher und Affen

Morgens fahren wir mit unserem Bus zur Eröffnungsfeier der Landwirtschaftsschule nach Sintet. Vor dem Tor begrüßen wir respektvoll die Dorfältesten der umliegenden Dörfer. In der Schneiderei des Vereins wurden unsere Kleider für diese Feier genäht. Also ging es erst einmal zum Umkleiden. Anschließende folgte ein umfassendes Programm mit Reden, Gesang und Musik. Extra für diesen Tag wurde eine Kuh geschlachtet und die Frauen der umliegenden Dörfer haben für uns ein Essen vorbereitet. Zum Abend fand noch ein Fußballspiel statt. Esel und Kühe rennen einfach über’s Spielfeld. Bevor wir nach einem langen Tag wieder in unser Camp fahren, pflanzen wir noch die Bäumchen, die wir als Geschenk mitgebracht hatten.

Gesang der Frauen von Sintet
Eröffnung der Landwirtschaftsschule in Sintet
Blick auf die Schulgebäude
Fußballspiel mit Kuh auf dem Spielfeld
Abends werden die Bäumchen gepflanzt

Am Ostersonntag fahren wir nach dem Frühstück nach Soma zur Fähre um über den Gambia River nach Farafenni überzusetzen. Das bunte Treiben am Hafen war sehr lebhaft und ohne unseren Reiseführer Ibrahim hätten wir uns wohl eher nicht zurecht gefunden.

am Hafen in Soma
Überfahrt über den Gambia River
die Fähre ist bis auf den letzten Platz besetzt und der Rest ist mit Ziegen aufgefüllt

Weiter geht es entlang der Nordküste nach Juffureh/Albreda. Das Mittagessen fand im Kunta Kinte Restaurant statt. Ein Cora Spieler hat für uns gesungen.

Cora Spieler

Per Boot sind wir nach James Island gefahren. Hier wurde der Film Roots über Kunta Kinte gedreht. Unvorstellbar wie viele traurigen Schicksale es auf dieser Sklaveninsel gegeben haben muss.

Kunta Kinte Island, früher: James Island  – Unesco Weltkulturerbe

Von Barra geht es mit der Fähre zurück nach Banjul. Unsere Rundreise neigt sich dem Ende entgegen.

Ankunft im Hafen in Banjul
am letzten Abend Sonnenuntergang mit Blick auf eine Frucht vom Affenbrotbaum (Baobab)